Blockade beim Gehen lösen: Hilfe bei Parkinson-Freezing
- Die Füße bleiben am Boden, obwohl man weiterlaufen möchte. Freezing kann wenige Sekunden andauern, aber auch eine halbe Minute. (zu dpa: «Parkinson: Was in Freezing-Momenten hilft»)
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Parkinson-Freezing. Wenn bei Parkinson plötzlich kein Schritt mehr möglich ist, können einfache Strategien helfen, die Bewegungsblockade zu lösen. Neurologen empfehlen zum Beispiel lautes Zählen, einen kleinen Richtungswechsel oder visuelle Hilfen am Boden.
Viele Menschen mit Parkinson erleben im Verlauf der Erkrankung sogenannte Freezing-Momente. Dabei „frieren“ Bewegungen kurz ein. Betroffene wollen etwa in einen anderen Raum gehen oder zum klingelnden Handy laufen und kommen plötzlich nicht mehr von der Stelle.
Solche Blockaden treten häufig an Türschwellen, in engen Durchgängen oder beim Umdrehen auf. Die Füße wirken dann wie am Boden festgeklebt, während sich der Oberkörper weiterbewegen will. Das kann im Alltag gefährlich werden, weil das Risiko für Stürze und Knochenbrüche steigt.
Strategien, die die Blockade lösen können
Der Neurologe Prof. Andrés Ceballos-Baumann von der Schön Klinik in München-Schwabing nennt mehrere Möglichkeiten, mit denen Betroffene versuchen können, wieder in Bewegung zu kommen:
- Laut zählen: Eins, zwei, drei. Das rhythmische Zählen kann helfen, den Schritt bewusst einzuleiten. «Das sorgt dafür, dass die Kontrolle des Gehens von den Hirnarealen, die nicht mehr gut funktionieren, in die noch gut funktionierenden Areale verlagert wird», erklärt Ceballos-Baumann.
- Schritt zur Seite: Ein kleiner Richtungswechsel kann die Blockade unterbrechen. Statt geradeaus weiterzugehen hilft manchmal ein Schritt seitlich.
- Anti-Freezing-Stock: Einige Gehstöcke besitzen eine ausklappbare Lasche am unteren Ende. Wird sie auf den Boden geklappt, entsteht eine sichtbare Linie. Viele Betroffene schaffen es leichter, über diese Linie zu steigen und so den festgefrorenen Gangmechanismus zu lösen.
- Rollator mit Laserlinie: Manche Rollatoren projizieren per Knopfdruck eine Laserlinie auf den Boden. Auch hier dient die Linie als visuelle Orientierung, über die der nächste Schritt gesetzt werden kann.
Solche visuellen oder rhythmischen Reize können helfen, die Bewegungssteuerung kurzfristig zu überlisten und wieder in Gang zu kommen. Welche Methode im Alltag funktioniert, kann jedoch von Person zu Person unterschiedlich sein. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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