Blauer Engel Wärmedämmstoffe: Was das Label bei Innenraumluft sagt
- Wer dämmt oder ausbaut, will Wärmeverluste reduzieren, ohne die Innenraumluft unnötig zu belasten. Das Umweltzeichen Blauer Engel bündelt dafür strengere Kriterien zu Emissionen, Inhaltsstoffen und Kreislaufaspekten.
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Blauer Engel Wärmedämmstoffe. Das Umweltzeichen hilft bei der Auswahl von Dämmstoffen und Unterdecken für innen, wenn neben der Dämmleistung vor allem geringe Schadstoff- und Geruchsemissionen und unkritische Inhaltsstoffe wichtig sind.
Gerade bei Sanierungen oder dem Ausbau von Dach, Kellerdecke oder Innenwänden sollen Materialien langfristig funktionieren, ohne die Raumluft unnötig zu belasten. Der Blaue Engel setzt dafür zusätzliche Anforderungen über gesetzliche Vorgaben hinaus und erleichtert so die Entscheidung im Baumarkt, beim Onlinekauf oder in der Angebotsphase mit Handwerksbetrieben.
Hinter den Kriterien steht das Umweltbundesamt, das die Vergabekriterien erarbeitet. Beschlossen werden sie von der Jury Umweltzeichen, dem Entscheidungsgremium des Umweltzeichens Blauer Engel.
Wofür das Label bei Dämmstoffen konkret steht
Beim Umweltzeichen „Emissionsarme Wärmedämmstoffe und Unterdecken für Innenanwendungen“ (DE-UZ 132) liegt ein Schwerpunkt darauf, Emissionen von Schadstoffen in den Innenraum zu begrenzen. Gleichzeitig sollen Inhaltsstoffe vermieden werden, die aus gesundheitlicher Sicht in Innenräumen bedenklich sein können oder späteres Recycling deutlich erschweren.
Das Erklärfeld des Umweltzeichens fasst die Aussage so zusammen:
- emissionsarm, bei bestandener Geruchsprüfung auch emissions- und geruchsarm
- schadstoffarm
- in der Wohnumwelt gesundheitlich unbedenklich
Was bei der Überarbeitung der Kriterien neu betont wird
Nach der jüngsten Überarbeitung der Kriterien werden bei DE-UZ 132 insbesondere diese Punkte stärker berücksichtigt:
- Rohstoffherkunft und Inhaltsstoffe der Dämmmaterialien
- Emissionsverhalten in Innenräumen
- Anforderungen zur Kreislaufwirtschaft, zum Beispiel Rücknahmekonzepte
- bilanzierende Indikatoren, darunter Grenzwerte für das Treibhauspotenzial (GWP)
Der Geltungsbereich umfasst laut Blauer Engel derzeit Dämmstoffe aus mineralischen und nachwachsenden Rohstoffen.
Praktische Einordnung für Kauf, Angebot und Sanierungsplanung
Im Alltag wird das Label vor allem dann relevant, wenn bei Innenanwendungen eine zusätzliche Absicherung gefragt ist, dass Materialien nicht nur dämmen, sondern auch strengere Anforderungen an Emissionen und Inhaltsstoffe erfüllen. Für die Angebotsprüfung kann das Zeichen als klarer Referenzpunkt dienen, weil damit Kriterien zu Emissionen, Schadstoffen und Kreislaufaspekten gebündelt nachgewiesen werden.
Die finalisierten Vergabekriterien sollen in den kommenden Wochen auf der Kriterien-Seite veröffentlicht werden: www.blauer-engel.de/de/zertifizierung/vergabekriterien
Unterm Strich liefert der Blaue Engel bei Dämmstoffen für innen eine praktische Orientierung, wenn neben Energieeffizienz auch Raumluft, Materialinhaltsstoffe und Recyclingfähigkeit in die Entscheidung einfließen sollen. (red)
Autor:Thorsten Kornmann aus Karlsruhe |