Bildschirmzeit in den Ferien begrenzen: Zeitslots helfen

Struktur statt Chaos: Feste Zeitslots für Mediennutzung helfen Familien, die Ferienzeit ohne ständige Diskussionen zu verbringen. | Foto: dpa
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Bildschirmzeit in den Ferien begrenzen. Feste Zeitslots und ein einfacher Ferienplan können helfen, stundenlanges Scrollen und Zocken in den schulfreien Wochen zu begrenzen. Gerade in Familien mit Kindern schafft das im Alltag mehr Ruhe, weil Diskussionen über Handy, Tablet oder Konsole nicht jeden Tag neu beginnen müssen.

"Es gibt Eltern, den graut es regelrecht vor der Ferienzeit", sagt Florian Buschmann. Sie suchen bei dem Berater für Mediensucht Hilfe, weil sie Angst vor dem Dauerscrollen ihrer Kinder während der schulfreien Zeit haben. Und die sei nicht unbegründet, so der Experte für Medienkompetenz.

Buschmann hat dazu mal hochgerechnet: "An Tagen ohne Schule verbringen Schüler durchschnittlich 8 Stunden am Bildschirm - das wären dann 340 Stunden während der sechswöchigen Ferienzeit."

Ein Feriengerüst schafft Struktur für Medienzeiten

Ist dieses ausufernde Dauerscrollen und -zocken erst einmal eingerissen, sei es schwer, das nach Ferienende im August und September zu reparieren, so der Psychologe. Er rät Familien, schon zu Beginn der Ferien feste Zeitslots für Mediennutzung zu vereinbaren.

Andernfalls ständen täglich aufreibende Diskussionen an. Ohne jeden Ferientag komplett durchzutakten, empfiehlt Buschmann, mit Kindern ein Grundgerüst mit einzelnen Aktivitäten aufzustellen. "In dem Plan soll festgelegt werden, wann welche Aktivität ansteht. Das schafft eine gewisse Struktur", so der Experte.

Aktivitäten mit Reiz können den Bildschirm ersetzen

Für die Planung könne dem Kind auch Onlinezeit zum Recherchieren von Unternehmungen eingeräumt werden. Buschmann rät zu sogenannten Dopamin-Aktivitäten, also Beschäftigungen, die ähnlich wie die Display-Nutzung Glücksgefühle auslösen.

Als Beispiele nennt er:

  • Ausflüge in den Kletterwald oder Hochseilgarten
  • Parcours und andere bewegungsreiche Angebote
  • Mikroabenteuer wie draußen übernachten, Lagerfeuer oder Nachtwanderungen mit Taschenlampe
  • ein Baumhaus-Projekt
  • die Neugestaltung des Kinderzimmers
  • einen Volkshochschul-Ferienkurs
  • Freunde einladen

Bildschirmzeit wird um Aktivitäten herum eingeplant

Steht das Grundgerüst, können die Zeitslots für Mediennutzung darum herum eingetragen werden. "Ich würde das konkret im Vorfeld mit dem Kind durchgehen: "Wann willst du an dem und dem Tag spielen?" Dann trägt man etwa ein: 14 bis 17 Uhr Bildschirmzeit", so Buschmann.

Und wenn das Kind nach einem aufregenden Tag im Phantasialand noch weitere Stunden am Abend am Bildschirm verbringen will, rät Buschmann zu klaren Absprachen ohne spontane Ausnahmen. "Bildschirmzeit nach einer Dopamin-Aktivität on top würde ich auf keinen Fall einplanen und auch nicht spontan erlauben. Äußert das Kind solche ein Anliegen, sollte man sich gar nicht erst auf Diskussionen einlassen und darauf verweisen: Das war nicht vereinbart!", rät Florian Buschmann.

Für den Familienalltag bedeutet das vor allem: Feste Zeiten und attraktive Alternativen sind in den Ferien oft wirksamer als tägliche Diskussionen über das Handy. dpa/red

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Autor:

Sarah Isele aus Mannheim-Nord

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