Bewegung gegen Rückenschmerzen bei Kindern: Das hilft
- Mehr Bewegung statt viel sitzen: Schon der Weg zur Schule zu Fuß oder mit dem Rad kann helfen, Rückenproblemen vorzubeugen.
- Foto: Christin Klose/dpa-mag
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Rückenschmerzen bei Kindern. Mehr Bewegung im Alltag hilft häufig besser als ein leichterer Schulranzen, wenn der Rücken von Schulkindern zwickt. Viele Kinder sitzen in der Schule, bei den Hausaufgaben und in der Freizeit lange am Stück. Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie weist deshalb darauf hin, dass fehlende Bewegung meist näherliegt als Ursache als der Ranzen.
Auch die Haltung an Tablet und Smartphone spielt eine Rolle. Wenn der Kopf über längere Zeit nach vorn geneigt ist, kann das die Muskulatur im oberen Rücken überlasten. Die Folge sind oft Verspannungen, die unangenehm sind, aber häufig wieder von allein verschwinden.
Der Schulranzen ist selten die Hauptursache
Rückenschmerzen bei Kindern werden im Alltag schnell mit dem Schulranzen erklärt. Nach Einschätzung der Fachleute ist er aber selten der eigentliche Auslöser. Wichtiger ist, Sitzzeiten regelmäßig zu unterbrechen und Bewegung selbstverständlich in den Tag einzubauen.
Eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll, wenn Schmerzen über mehrere Wochen anhalten. Das gilt auch, wenn sie in Ruhe oder nachts auftreten. Dann kann eine Orthopädin oder ein Orthopäde prüfen, ob mehr dahintersteckt.
Bewegung zählt auch in kleinen Portionen
Der Schulweg ist ein einfacher Ansatzpunkt. Wer ihn zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegt, hat bereits eine feste Bewegungseinheit im Tagesablauf. Auch kurze Unterbrechungen beim Lernen können den Rücken entlasten.
- Vereinssport bringt regelmäßige Bewegung in die Woche.
- Aktives Spielen in den Pausen stärkt den Rücken, etwa Tischtennis oder Fußball.
- Beim Erledigen der Hausaufgaben helfen kurzes Aufstehen, Gehen und Strecken.
- Treppen statt Fahrstuhl bringen zusätzliche Bewegung ohne großen Aufwand.
«Entscheidend ist, dass Bewegung selbstverständlich zum Alltag gehört und Sitzzeiten immer wieder unterbrochen werden», so DGOU-Generalsekretär Prof. Bernd Kladny.
Schultasche rückenfreundlich tragen
Auch wenn der Ranzen meist nicht der Hauptgrund für Rückenschmerzen ist, lohnt ein rückenfreundlicher Umgang damit. Schwere Gegenstände liegen am besten möglichst nah am Rücken. So verteilt sich das Gewicht günstiger.
Ungünstig ist es, Ranzen oder Schulrucksack nur auf einer Schulter zu tragen. Diese einseitige Belastung kann Schultern und Wirbelsäule zusätzlich beanspruchen. Beide Träger zu nutzen, ist für den Rücken die bessere Variante.
Tablet auf Augenhöhe entlastet Nacken und Rücken
Tablets gehören in vielen Familien und Schulen zum Alltag. Damit der Kopf nicht dauerhaft nach vorn kippt, kann eine Halterung helfen. Ideal ist laut DGOU, wenn der Bildschirm auf Augenhöhe steht und die Unterarme auf dem Tisch abgestützt werden können.
Sinnvoll ist außerdem, die Sitzposition immer wieder leicht zu verändern und den Blick regelmäßig vom Bildschirm zu lösen. Im Alltag bringt das Zusammenspiel aus Bewegung, guter Haltung und sinnvoll gepackter Schultasche mehr als die Suche nach einem einzelnen Schuldigen. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |