Besser schlafen bei Schlafproblemen: Wann die Schilddrüse mitspielt
- Über- oder Unterfunktion: Wer dauerhaft schlecht schläft, sollte die Schilddrüse ärztlich abklären lassen.
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Schilddrüse und Schlaf. Dauerhafte Schlafprobleme können mit einer Störung der Schilddrüse zusammenhängen und lassen sich per Blutuntersuchung beim Hausarzt oder bei der Hausärztin abklären. Vor allem wenn zu schlechtem Schlaf weitere körperliche Veränderungen kommen, hilft diese Einordnung im Alltag oft schneller weiter.
Die Schilddrüse sitzt unterhalb des Kehlkopfes und produziert Hormone, die Energiehaushalt, Stimmung und Schlaf-Wach-Rhythmus beeinflussen. Gerät die Hormonproduktion aus dem Gleichgewicht, kann sich das nach und nach bemerkbar machen. "Wer dauerhaft schlecht schläft und zusätzlich körperliche Veränderungen bemerkt, sollte die Schilddrüse ärztlich abklären lassen", rät der Nuklearmediziner Markus Essler.
Über- und Unterfunktion können den Schlaf stören
Mit einer Blutuntersuchung lässt sich feststellen, ob eine Überfunktion oder Unterfunktion vorliegt. Beide Fehlfunktionen können den Schlaf beeinträchtigen.
- Überfunktion der Schilddrüse: Ist die Schilddrüse zu aktiv, "läuft der Stoffwechsel permanent auf Hochtouren, viele Betroffene fühlen sich wie unter Strom", beschreibt BDN-Experte Essler. Einschlafen und Durchschlafen fallen dann oft schwerer. Häufig kommen innere Unruhe, Nervosität, Herzrasen oder nächtliches Schwitzen hinzu.
- Unterfunktion der Schilddrüse: "Viele Menschen mit Schilddrüsenunterfunktion sind tagsüber erschöpft und antriebslos, schlafen aber nachts trotzdem schlecht", so Esser. Das kann unter anderem mit nächtlichen Atemaussetzern zusammenhängen, die bei einer Unterfunktion häufiger vorkommen. Weitere typische Anzeichen sind Konzentrationsstörungen, Gewichtszunahme oder Kälteempfindlichkeit.
Die biologischen Mechanismen hinter dem Zusammenhang sind laut dem Berufsverband Deutscher Nuklearmediziner nicht in allen Details geklärt. Forschende vermuten, dass Schilddrüsenhormone auf Botenstoffe im Gehirn einwirken, die Schlaf und Stimmung steuern.
Mit der Behandlung verbessert sich oft auch der Schlaf
Sowohl eine Überfunktion als auch eine Unterfunktion lassen sich in der Regel gut behandeln. Bei einer Unterfunktion wird häufig L-Thyroxin eingesetzt, das fehlende Hormone ersetzt. Überfunktionen werden mit Thyreostatika behandelt, die die Bildung von Schilddrüsenhormonen hemmen. "Häufig verbessert sich mit der Therapie dann auch die Schlafqualität deutlich", so Essler.
Für den Alltag heißt das: Wer über längere Zeit schlecht schläft und zugleich typische Beschwerden bemerkt, kann die Schilddrüse als mögliche Ursache mitdenken. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |