Besser mit der Schule starten: Was Eltern erwarten können
- Wer sich nicht traut in großer Runde beim Elternabend etwas zu fragen, kann der Lehrkraft auch eine Mail schreiben.
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Kommunikation mit der Schule. Eltern können zum Schulstart vor allem Orientierung, klare Abläufe und Raum für Nachfragen erwarten. Gerade bei Einschulung, Orientierungsabend oder erstem Elternabend hilft es, wenn Material, Pausen, Mensa und organisatorische Fragen früh besprochen werden.
Viele Mütter und Väter wollen außerdem wissen, wie Freundschaften gefördert werden, was bei nicht verstandenen Aufgaben hilft und ob es regelmäßige Rückmeldungen zu Lerntempo und Lernfortschritten gibt. Bob Blume, Gymnasiallehrer aus Bühl, Bildungsinfluencer und Autor des Buches «Wie kommt mein Kind gut durch die Schule?», ordnet diese Erwartungen ein.
"Eltern sind oft panischer als sie sein müssten", sagt Bob Blume. Sie sollten nicht davon ausgehen, dass sofort mit viel Stoff gestartet wird. Am Anfang gibt es ihm zufolge eine Orientierungsphase, die nicht nur für Kinder, sondern auch für Eltern wichtig ist.
Orientierung und Nachfragen gehören dazu
"Es wird oftmals zusammen geschaut, was brauchen wir eigentlich an Material? Worauf müssen wir achten? Wie ist das mit den Pausen? Gibt es eine Mensa und solche Dinge?", sagt der Pädagoge. Dass Lehrkräfte diese Punkte erklären, sei kein Extra, sondern Teil ihres Berufs.
Wer bei Elternabenden nicht in großer Runde sprechen möchte, kann Fragen auch per Mail klären. Blume sagt, dass in seinen 15 Jahren als Lehrkraft eher eine Mail zu viel als eine zu wenig hilfreich gewesen sei.
Er plädiert außerdem dafür, Unsicherheiten offen anzusprechen. "Ganz ehrlich, oftmals ist derjenige, der die Frage stellt, ja auch jemand, der sie für all die anderen stellt. Also, ich würde immer sagen: lieber einmal mehr fragen als zu wenig."
Zu hohe Erwartungen können Kinder belasten
Ausgesprochene Erwartungen lassen sich aus Sicht des Lehrers besser einordnen als unausgesprochene. «Das Tückische an Erwartungen ist ja, dass man sie eigentlich aussprechen müsste. Behält man sie für sich, wird man doch nur enttäuscht», so Blume.
Gerade in den ersten Wochen läuft an einer neuen Schule oft noch nicht alles reibungslos. Das gilt für den Alltag ebenso wie für erste Leistungen. "Vielleicht ist es sogar so, dass nach ein paar Wochen, wenn die erste Arbeit geschrieben wird, die Note noch nicht so gut ist. Dann sollten Eltern nicht gleich Panik verbreiten, sondern Sicherheit vermitteln", rät der Pädagoge.
Zwischen Loslassen und Hinterhertragen liegt der Alltag
Beim Schulalltag hält Blume wenig von Extremen. Weder vollständiges Heraushalten noch ständiges Hinterhertragen helfe Kindern auf Dauer. Sinnvoll sei es, anfangs stärker zu begleiten und schrittweise mehr Eigenständigkeit einzuüben.
Dazu zählen zum Beispiel diese Alltagspunkte:
- welche Fächer am nächsten Tag anstehen
- welche Hefte und Materialien gebraucht werden
- ob der Sportbeutel mit muss
- ob Zettel für die Eltern weitergegeben oder ausgefüllt werden sollen
Für die weiterführende Schule könne ein kleiner Kalender helfen, um Termine und Rückmeldungen festzuhalten. Unterm Strich können Eltern von der Schule eine verlässliche Orientierung erwarten, sollten ihrem Kind aber nach und nach mehr Verantwortung zutrauen. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |