Besser kauen, besser durch den Alltag: Warum Zähne mehr leisten
- Gesund essen heißt auch: ausreichend kauen können. Das stärkt die Mundgesundheit und unterstützt Verdauung und Wohlbefinden im Alltag.
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Kauen trainieren. Wer schmerzfrei und kräftig kauen kann, unterstützt Mundgesundheit, Verdauung und langfristig auch Alltagsfunktionen wie Sprechen und geistige Leistungsfähigkeit.
Darauf weist die Bundeszahnärztekammer zum „Tag der Zahngesundheit“ am Donnerstag, 25. September hin, der 2026 unter dem Motto „Gesund beginnt im Mund. Kau dich fit.“ steht.
Kauen passiert nebenbei, hat aber mehrere Effekte: Das Zerkleinern der Nahrung und das Vermischen mit Speichel erleichtern die Verdauung und die Nährstoffaufnahme. Gleichzeitig wird die Kiefermuskulatur regelmäßig trainiert, was die Mundfunktion unterstützt. Bei Kleinkindern ist gutes Kauen zudem ein Baustein für die Sprachentwicklung. Im höheren Alter rückt ein weiterer Aspekt in den Fokus, weil eine eingeschränkte Kaufunktion die Lebensqualität einschränken kann.
Was Kauen im Körper auslöst und was Studien dazu sagen
Einige Forschungsergebnisse ordnen Kauen auch im Zusammenhang mit dem Gehirn ein. Eine Studie von Momose und Kolleginnen und Kollegen aus dem Jahr 1997 untersuchte den Effekt von Kauen auf die regionale Hirndurchblutung und fand Hinweise auf eine Steigerung der Hirndurchblutung während der Kaubelastung. Solche Befunde werden als mögliche Erklärung diskutiert, warum Kauen mehr sein könnte als reine „Mechanik“ beim Essen.
Für die Einordnung wichtig ist: Aus experimentellen und epidemiologischen Daten gibt es Hinweise auf Zusammenhänge zwischen eingeschränkter Kaufunktion und einem erhöhten Risiko für kognitive Einbußen. Eine systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse von Cerutti-Kopplin und Kolleginnen und Kollegen aus dem Jahr 2016 berichtet, dass Zahnverlust mit einem erhöhten Risiko für eine geminderte kognitive Funktion assoziiert sein kann. Das beschreibt einen Zusammenhang, beweist aber für den Einzelfall keine Ursache.
Praktisch im Alltag: Was Kaufähigkeit stärkt
Lebenslange Kaufähigkeit hängt laut den beteiligten Organisationen nicht nur davon ab, wie gegessen wird, sondern auch, was regelmäßig auf dem Speiseplan steht. Gleichzeitig spielt Prävention eine zentrale Rolle, besonders bei Kindern.
Wichtige Bausteine, die im Alltag zusammenspielen können:
- Regelmäßige Mundhygiene, damit Kauen schmerzfrei möglich bleibt.
- Ungesüßte Getränke wie Wasser statt zuckerreicher Alternativen, die Karies begünstigen können.
- Kauaktive Lebensmittel in der Brotdose, damit Kiefer und Zahnhalteapparat gefordert werden.
- Frühe Gesundheitsbildung in Kita und Schule, damit Routinen wie Zähneputzen selbstverständlich werden.
Der Verein für Zahnhygiene (VfZ) betont, dass Kauen früh geübt wird, idealerweise zusammen mit gesunder Ernährung, regelmäßiger Mundhygiene und Gesundheitsbildung. Der GKV-Spitzenverband hebt die Rolle der zahnmedizinischen Gruppenprophylaxe in Kitas und Schulen hervor, die von gesetzlichen Krankenkassen unterstützt wird.
Warum weiche Snacks und viel Zucker ein Problem sein können
In der Mitteilung wird ein Trend zu stark verarbeiteten und oft sehr weichen Lebensmitteln, säurehaltigen Getränken und Snacks wie Riegeln und Chips sowie zu überhöhtem Zuckerkonsum beschrieben. Die Einordnung dazu ist klar: Zuckerreiche Ernährung fördert die Entstehung von Karies und kann Entzündungen des Zahnfleischs begünstigen. Säurehaltige Getränke können Zahnerosionen verstärken. Sehr weiche, wenig kauintensive Kost kann den Zahnhalteapparat langfristig weniger fordern, was für die Kaufunktion ungünstig sein kann.
Weitere Informationen zum Schwerpunktthema gibt es online auf tagderzahngesundheit.de sowie begleitend auf Instagram unter instagram.com/tdz2509.
Unterm Strich gilt: Wer Kaufähigkeit als Teil der Gesundheit mitdenkt, kann über Ernährung, Mundhygiene und Prävention spürbar zum Alltag beitragen.
Autor:Thorsten Kornmann aus Karlsruhe |