Bauchnabel-Fusseln vermeiden: Warum sie entstehen
- Besonders betroffen von Bauchnabelflusen sind Männer.
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Bauchnabel-Fusseln. Flusen im Bauchnabel wirken kurios, entstehen aber durch einen einfachen Alltagseffekt aus Hautresten, Kleidung und Körperbehaarung. Besonders bei nach innen gerichteten Bauchnabeln sammeln sich Fasern und Hautschuppen leicht an und verdichten sich mit der Zeit zu kleinen Fusselknäueln.
Abgestorbenes Hautgewebe, Talg, Schmutz und winzige Fasern aus T-Shirts oder Hemden gelangen im Alltag ständig in den Bauchnabel. Bei einem nach innen gerichteten Nabel bleiben diese Partikel leichter hängen und werden beim Duschen nicht immer vollständig ausgespült.
Ein Forschungsprojekt des Strahlenphysikers Georg Steinhauser von der TU Wien zeigt, wie die Fusseln entstehen. Die Untersuchung mit dem Titel "The nature of navel fluff" aus dem Jahr 2009 beschreibt, dass die schuppige Oberfläche von Bauchhaaren Fasern aus der Kleidung löst. Diese Fasern wandern entlang der Haare in Richtung Bauchnabel und sammeln sich dort zu einer filzartigen Masse.
Bauchbehaarung begünstigt die Bildung von Fusseln
Männer sind laut der Untersuchung häufiger betroffen. Der Grund ist meist eine stärkere Bauchbehaarung, die mehr Textilfasern aus der Kleidung löst und in Richtung Nabel transportiert.
Auch das Alter der Kleidung spielt eine Rolle. Neue Shirts und Hemden verlieren in der Regel mehr Fasern als ältere, mehrfach gewaschene Stoffe. Dadurch entstehen bei neuen Kleidungsstücken häufiger kleine Flusen.
Die Untersuchung nennt zudem einen einfachen Effekt. Werden Bauchhaare entfernt, gelangen deutlich weniger Textilfasern in den Bauchnabel.
Feuchtigkeit kann unangenehme Gerüche verursachen
Flusen im Bauchnabel sind meist harmlos. Problematisch kann es werden, wenn sich Feuchtigkeit hält und die Ansammlungen nicht regelmäßig entfernt werden. Dann entsteht ein günstiges Milieu für Bakterien und Pilze, erklärt Internist Matthias Juricke in der Zeitschrift Apotheken Umschau.
Vermehren sich diese Mikroorganismen, kann der Bauchnabel unangenehm riechen. Eine regelmäßige Reinigung mit milder Waschlotion gilt als einfache Maßnahme, um Ablagerungen zu entfernen.
Hartnäckige Rückstände lassen sich laut dem Arzt vorsichtig mit einem Waschlappen oder Wattestäbchen lösen. Wichtig ist, dass der Bauchnabel nach dem Waschen gut trocknen kann.
Rötungen, Schwellungen oder Schmerzen können auf eine Entzündung hinweisen. In solchen Fällen kann eine medizinische Abklärung sinnvoll sein, da antiseptische Salben nötig werden können. Bauchnabel-Flusen bleiben damit meist ein harmloser Alltagseffekt aus Kleidung, Haut und Körperbehaarung. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |