Bahnreaktivierung in Baden-Württemberg: Diese Strecken liegen vorerst auf Eis
- Zwischen 1960 und den 1990er-Jahren wurden mehr als 1.500 Kilometer Schienenstrecken stillgelegt. (Archivbild)
- Foto: Marijan Murat/dpa
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Baden-Württemberg. Für Fahrgäste auf elf früheren Bahntrassen gibt es vorerst keine Rückkehr des Zugverkehrs. Das Verkehrsministerium hat sein Reaktivierungskonzept wegen der verschlechterten Finanzlage überarbeitet.
Die betroffenen Vorhaben sollen nach fünf Jahren erneut geprüft werden. Verkehrsministerin Nicole Razavi (CDU) betonte, dies sei keine endgültige Absage. Auch neue Initiativen könnten dann bewertet werden. Entscheidend blieben die finanziellen Möglichkeiten des Landes.
Diese Strecken werden zunächst nicht reaktiviert
Betroffen sind die Verbindungen zwischen Breisach und Colmar, Heilbronn und Marbach am Neckar über die Bottwartalbahn sowie Kirchheim unter Teck und Weilheim über die Kleine Teckbahn.
- Meßkirch und Mengen: zweite Etappe der Ablachtalbahn
- Göppingen und Bad Boll: Bollerbahn
- Maulbronn West und Maulbronn Stadt
- Singen und Ramsen: Etzwiler Bahn
- Balingen und Rottweil
- Leutkirch und Isny im Allgäu
- Eyach und Hechingen: Eyachtalbahn
- Gammertingen und Engstingen sowie Engstingen und Münsingen: Schwäbische Albbahn
Finanzierung im Nahverkehr unter Druck
Nach Angaben des Ministeriums reichen die Regionalisierungsmittel des Bundes nicht mehr aus. Zusätzlich belasten höhere Trassenpreise den Schienenpersonennahverkehr. Hintergrund ist ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs. Sollte sich die Lage nicht verbessern, fehle künftig jährlich ein dreistelliger Millionenbetrag.
Zwischen 1960 und den 1990er Jahren wurden im Land mehr als 1.500 Kilometer Bahnstrecken stillgelegt. Teilweise wurden die Gleise abgebaut, teilweise liegen sie noch. Das Ministerium bezeichnete die damaligen Stilllegungen aus heutiger Sicht als Fehler.
Diese Reaktivierungen laufen bereits oder werden geplant
In Betrieb ist seit Januar die Hermann-Hesse-Bahn zwischen Calw und Weil der Stadt. Im Bau sind die Verlängerung der S2 von Filderstadt-Bernhausen nach Neuhausen auf den Fildern sowie die Untere Wutachtalbahn zwischen Lauchringen und Weizen.
- Ebingen und Onstmettingen: Talgangbahn
- Lauffen und Zaberfeld: Zabergäubahn
- Waldenburg und Künzelsau: Kochertalbahn
- Reutlingen und Engstingen: Echaztalbahn
- Reutlingen und Nehren: Gomaringer Spange
- Ludwigsburg und Markgröningen: Markgröninger Bahn
- Stockach und Meßkirch: erste Etappe der Ablachtalbahn
- Haltingen und Kandern: Kandertalbahn
- Neckarbischofsheim Nord und Bad Rappenau: Krebsbachtalbahn
Damit bleiben zwölf Reaktivierungsvorhaben im Land in Betrieb, im Bau oder in der Planung. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |