Außenseiter im Kopf: Was hinter dem Gefühl wirklich steckt
- Das Gefühl, nicht dazuzugehören, kann belasten. Schließlich ist Verbindung mit anderen ein Grundbedürfnis.
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Außenseiter. Wer in Gruppen immer wieder denkt „Ich gehöre hier nicht dazu“, kann das Gefühl meist besser bewältigen, wenn die Ursachen bewusst geprüft werden. Psychologische Hinweise zeigen, dass hinter dem Eindruck von Fremdheit ganz unterschiedliche Auslöser stecken können. Entscheidend ist, das Gefühl nicht sofort wegzuschieben, sondern es genauer zu betrachten.
Typische Situationen kennen viele Menschen. Eine Feier, auf der nur die Gastgeberin bekannt ist. Oder der erste Arbeitstag in einem Team, das schon lange zusammenarbeitet. In solchen Momenten kann schnell der Eindruck entstehen, nicht richtig dazuzugehören.
Oft verschwindet dieses Gefühl wieder. Ein Gespräch am Buffet oder ein gutes Onboarding im Job können ausreichen, damit sich Anschluss entwickelt. Schwieriger wird es, wenn das Gefühl dauerhaft im Alltag auftaucht und zum Grundton vieler Begegnungen wird.
Gefühl bewusst prüfen statt sofort bewerten
Wer häufiger denkt „Ich bin anders, ich bin fremd“, kann versuchen, das Empfinden genauer zu untersuchen. Dazu rät die Ärztin und Therapeutin Mirriam Prieß.
In entsprechenden Situationen kann es helfen, sich selbst Fragen zu stellen. Etwa: Was genau wird gerade empfunden. Was fehlt konkret, damit ein Zugehörigkeitsgefühl entsteht. Und liegt der Auslöser eher in der eigenen Wahrnehmung oder im Verhalten anderer Menschen.
Nicht immer zeigt jemand tatsächlich Ablehnung. Manchmal weist das Gefühl nach innen. Es kann darauf hindeuten, dass gerade wenig Kontakt zu den eigenen Bedürfnissen besteht und eine innere Distanz entsteht.
Frühere Erfahrungen können die Wahrnehmung prägen
Auch ältere Erlebnisse können eine Rolle spielen. Erfahrungen aus der Schulzeit oder aus der Familie prägen oft, wie aktuelle Situationen interpretiert werden.
«Dann kann es sein, dass ich mich aufgrund einer unverarbeiteten Erfahrung in mich zurückziehe und anderen gar nicht die Möglichkeit gebe, mit mir in Kontakt zu kommen», sagt Mirriam Prieß. «Ich projiziere dann meine Erfahrung auf das Gegenüber und reproduziere sie so immer wieder. Natürlich nicht bewusst.»
Gerade wenn Ausgrenzung oder Mobbing in der eigenen Biografie eine größere Rolle gespielt haben, kann eine therapeutische Aufarbeitung sinnvoll sein.
Manchmal passt die Gruppe einfach nicht
Das Gefühl, außen zu stehen, kann noch eine andere Bedeutung haben. Es kann anzeigen, dass eine Beziehung oder eine Gruppe gar nicht wirklich zu den eigenen Erwartungen passt.
Beispiele sind Freundeskreise, in denen Interessen oder Werte stark auseinandergehen oder in denen wenig gegenseitige Aufmerksamkeit entsteht. Das Empfinden kann dann ein Hinweis sein, dass eine andere Umgebung besser zu den eigenen Bedürfnissen passen könnte.
Entscheidend ist laut Expertin, das Gefühl in Worte zu fassen und zu verstehen. Wer erkennt, was hinter der empfundenen Fremdheit steckt, kann leichter entscheiden, wie damit umgegangen werden soll. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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