Außenhandel schwankt: BGA fordert De-Risking im Verhältnis zu China
- Wenn Exporte sinken und Importe steigen, kann das mittelfristig auch Preise und Verfügbarkeit von Alltagswaren beeinflussen. Der BGA fordert deshalb weniger Risiko-Abhängigkeiten im Handel mit China.
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Verbraucher: Deutschlands Außenhandel bleibt nach aktuellen Destatis-Zahlen volatil: Im August sanken die Exporte um 0,8 Prozent, während die Importe um 0,9 Prozent stiegen. Für Verbraucherinnen und Verbraucher kann das mittelbar Folgen haben – etwa über Preise und Verfügbarkeit von Waren, wenn Lieferketten stärker unter Druck geraten oder Unternehmen Risiken neu bewerten.
Kalender- und saisonbereinigt wurden im August Waren im Wert von 137,6 Milliarden Euro exportiert. Die Importe lagen bei 118,1 Milliarden Euro. Der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) sieht darin keinen stabilen Aufwärtstrend, sondern eine Entwicklung „in einem hochvolatilen Umfeld“, wie Verbandspräsident Dr. Dirk Jandura am Mittwoch, 8. Oktober, in einer Mitteilung erklärte.
Besonders aufmerksam blickt der Verband auf das Verhältnis zu China. Nach Angaben des BGA lagen die deutschen Ausfuhren nach China in den ersten acht Monaten 12,9 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Gleichzeitig seien die Importe aus China allein gegenüber Juli um 11 Prozent gestiegen. Der Verband spricht von einem wachsenden Ungleichgewicht und fordert ein „De-Risking“ der Wirtschaftsbeziehungen sowie besseren Marktzugang für europäische Unternehmen.
Was der BGA von der EU fordert
Der BGA verweist in seiner Stellungnahme auf Gespräche von EU-Handelskommissar Maros Sefcovic in Peking. Der Dialog müsse „zu belastbaren Ergebnissen führen“ und dürfe nicht lediglich Zeit gewinnen, so Jandura.
Zudem fordert der Verband, Europa müsse sich gegen „nachgewiesene Wettbewerbsverzerrungen“ wehren können – allerdings mit hohen Eingriffsschwellen, klarer Beweisführung und verhältnismäßigen, WTO-konformen Maßnahmen. Freiwillige Exportbeschränkungen und Kontingente sollten aus Sicht des BGA nicht zum Standardinstrument werden, sondern höchstens eng begrenzt als Übergangslösung für konkrete Problemfälle dienen.
Der BGA warnt außerdem davor, „wirtschaftliche Sicherheit“ als pauschale Begründung zu nutzen, um Handelsregeln zu umgehen. Wenn Europa andere wegen einseitiger und WTO-widriger Maßnahmen kritisiere, müssten die eigenen Instrumente regelgebunden und überprüfbar ausgestaltet sein, heißt es in der Mitteilung.
Die Debatte um De-Risking zielt damit weniger auf eine Abkehr vom Handel als auf eine Verringerung von Abhängigkeiten – ein Kurs, der sich in den kommenden Monaten auch in europäischer Handels- und Industriepolitik stärker niederschlagen dürfte. [red]
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |