Ausgeruht nachts starten: So fahren Urlauber sicher los
- Ausgeruht durch die Nacht: Um Konzentrationsfehler zu vermeiden, sollten vor Reisestart einige Stunden Schlaf am Abend oder Nachmittag eingelegt werden.
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Nachts sicher in den Urlaub starten. Wer nachts oder sehr früh in den Urlaub fährt, kann Staus und Hitze oft umgehen, sollte aber nur ausgeruht losfahren. Genau darauf kommt es laut ACV an, damit die Fahrt trotz leerer Straßen sicher bleibt.
Gerade an reisestarken Wochenenden kann eine Abfahrt in der Nacht oder am frühen Morgen praktisch sein. Der Berufsverkehr lässt sich häufig vermeiden, die Temperaturen sind niedriger und Kinder schlafen oft besser weiter. Gleichzeitig werden Baustellen, Stauenden, Wild oder schlecht beleuchtete Fahrzeuge in der Dunkelheit oft später erkannt. Dazu kommt, dass der Körper nachts auf Ruhe eingestellt ist und nicht auf stundenlange Konzentration am Steuer.
Wie bei jeder längeren Autofahrt hilft eine ruhige Vorbereitung. Koffer, Dokumente und Verpflegung sollten rechtzeitig bereitliegen. Auch Tanken und ein kurzer Fahrzeugcheck vor der Abfahrt können unnötigen Stress in der Nacht verringern.
Schlaf vor der Abfahrt senkt das Risiko deutlich
Vor einer Nachtfahrt ist Schlaf die wichtigste Voraussetzung. Schon übermüdet loszufahren, etwa nach einem langen Arbeitstag, erhöht laut ACV das Risiko für Konzentrationsfehler, längere Reaktionszeiten und im schlimmsten Fall Sekundenschlaf.
Der Club verweist dazu auf Studien mit einem groben Richtwert. Nach rund 17 Stunden ohne Schlaf können Leistungseinbußen auftreten, die etwa 0,5 Promille Alkohol im Blut entsprechen. Nach rund 22 Stunden ohne Schlaf kann die Beeinträchtigung in einem Bereich von etwa 1,0 Promille liegen. Einige Stunden Schlaf am Abend oder Nachmittag helfen daher mehr, als vor der Abfahrt ganz wach zu bleiben.
Praktisch ist es, wenn sich zwei oder mehr Fahrer abwechseln können. Das entlastet vor allem auf langen Etappen, sollte aber vor dem Start klar abgesprochen sein.
Der eigene Schlafrhythmus bleibt entscheidend
Für einen sicheren Start zählt weniger die Uhrzeit als der Erholungszustand. Ein sehr früher oder nächtlicher Reisebeginn kann sinnvoll sein, wenn vorher ausreichend geschlafen wurde. Bei vielen Menschen liegt diese Zeit aber noch in der zweiten Nachthälfte. Dann ist die innere Uhr oft weiter auf Schlaf eingestellt. Eine frühe erste Pause kann deshalb helfen, die Belastung besser einzuschätzen.
Wer spätabends losfährt, profitiert eher von einem ruhigen Tag und einer Schlafphase vor dem Start. In jedem Fall gilt, dass zu lange Etappen ohne Pause das Risiko erhöhen.
Müdigkeit zeigt sich oft früher als gedacht
Leere Straßen verleiten leicht dazu, noch ein paar Kilometer weiterzufahren. Genau das ist laut ACV ein typisches Fehlmuster. Wer müde wird, sollte die nächste Pause nicht aufschieben.
Typische Anzeichen für Müdigkeit sind:
- häufiges Gähnen, schwere Augenlider oder häufigeres Blinzeln
- brennende Augen, Frösteln oder innere Unruhe
- Tunnelblick oder nachlassende Aufmerksamkeit
- übersehene Schilder, Ausfahrten oder Tempolimits
- Probleme, die Spur sauber zu halten
- der Eindruck, sich an die letzten Kilometer kaum erinnern zu können
Für die Urlaubsfahrt in der Nacht spricht also vor allem der Zeitgewinn auf freieren Straßen. Der entscheidende Sicherheitsfaktor bleibt aber nicht die Uhrzeit, sondern ausreichender Schlaf vor dem Start. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |