Alternativen zum Elterntaxi: So kommt das Kind sicher zur Schule

Symbolbild: Morgens vor der Schule sorgen viele Bring-Autos für Gedränge und schlechte Sicht. Diese Alternativen entlasten den Bereich am Schultor und helfen, den Schulweg sicher zu organisieren. | Foto: maroke/stock.adobe.com
  • Symbolbild: Morgens vor der Schule sorgen viele Bring-Autos für Gedränge und schlechte Sicht. Diese Alternativen entlasten den Bereich am Schultor und helfen, den Schulweg sicher zu organisieren.
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Alternativen zum Elterntaxi. Wer das Bring-Auto nicht direkt vor dem Schultor stoppt, sondern sichere Fußwege, Bringzonen oder Laufgruppen nutzt, reduziert Gedränge und Regelverstöße an der Schule spürbar.

Morgens vor Schulbeginn stauen sich Autos, Türen gehen auf, Kinder laufen zwischen Fahrzeugen. Genau diese Mischung aus Zeitdruck, schlechter Sicht und spontanen Wendemanövern gilt als typischer Auslöser für riskante Situationen.

Als Orientierung nennen die Deutsche Verkehrswacht (DVW) und der ACE Auto Club Europa vor allem ein Ziel: Kinder sollen den Schulweg möglichst selbstständig lernen. Der Hintergrund ist auch eine Erhebung des ACE aus seiner Initiative „Easy Going“. Dabei wurden an 167 Grundschulen insgesamt 6.422 Fahrzeuge beobachtet. In 41 Prozent der Fälle wurden Regeln missachtet, darunter Halten im Halteverbot mit 20 Prozent, Parken in Einfahrten mit 8 Prozent sowie jeweils 6 Prozent auf Gehwegen oder in zweiter Reihe.

Schulweg früh üben und nicht nur in den Ferien

Ein sicherer Schulweg entsteht oft weniger durch einen „perfekten“ Weg als durch Routine. DVW und ACE empfehlen deshalb ein frühes Schulwegtraining zu Fuß und unter realistischen Bedingungen, also auch dann, wenn der Berufsverkehr läuft.

Hilfreich kann ein Perspektivwechsel sein, bei dem Kinder den Weg erklären und auf Stellen hinweisen, die sie selbst als unübersichtlich erleben. So wird klarer, wo an Kreuzungen, Einfahrten oder parkenden Autos besondere Aufmerksamkeit nötig ist.

Der sicherste Weg ist nicht immer der kürzeste

Für die Streckenwahl zählen vor allem Übersicht und sichere Querungen. Ein kurzer Umweg kann sinnvoll sein, wenn dadurch eine unübersichtliche Ecke oder eine Stelle ohne sichere Querungsmöglichkeit vermieden wird.

Wichtige Merkmale eines geeigneten Schulwegs sind:

  • ausreichend breite, gut begehbare Gehwege
  • sichere Querungsstellen wie Ampeln oder Zebrastreifen
  • möglichst übersichtliche Verkehrsführung ohne viele Ein- und Ausfahrten

Zur Orientierung gibt es vielerorts Schulwegpläne, die bei Schulen, der Polizei oder den zuständigen Straßenverkehrsbehörden erhältlich sind.

Wenn das Auto nötig ist: letzte Meter zu Fuß oder in der Gruppe

Nicht in jedem Alltag lässt sich auf das Auto verzichten. DVW und ACE verweisen dann auf Lösungen, die den Bereich direkt vor dem Schultor entlasten.

Praktische Alternativen sind:

  • Letzte Meter zu Fuß: Kinder mindestens 500 Meter vor der Schule aussteigen lassen und den Rest zu Fuß gehen. Manche Schulen richten dafür Hol- und Bringzonen oder Elternhaltestellen ein.
  • „Laufbus“: Eine feste Route mit festen Zeiten, begleitet von einem Erwachsenen. Kinder können an vereinbarten „Haltestellen“ zur Gruppe dazustoßen. Das eignet sich besonders im ersten Schuljahr, wenn mehrere Eltern sich abwechseln.
  • Gemeinsam Radfahren: Bei längeren Wegen kann der Schulweg mit dem Fahrrad gemeinsam zurückgelegt werden. Allein sollten Kinder laut Empfehlung erst nach bestandener Radfahrprüfung fahren, weil dann die nötige Übersicht im dichteren Verkehr eher vorhanden ist.

Unterm Strich steigt die Sicherheit vor allem dann, wenn die Verkehrsspitze direkt vor dem Schultor kleiner wird und Kinder ihren Weg Schritt für Schritt routiniert und überschaubar zurücklegen.

Autor:

Thorsten Kornmann aus Karlsruhe

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