Allergiker und Autofahren: Was Innenraumfilter fürs Auto wirklich bringen

Bei Heuschnupfen oder Abgasen im Stau kann ein guter Innenraumfilter die Luft im Auto spürbar verbessern. Entscheidend sind Filtertyp und Wechselintervall. | Foto: JYPIX/stock.adobe.com
  • Bei Heuschnupfen oder Abgasen im Stau kann ein guter Innenraumfilter die Luft im Auto spürbar verbessern. Entscheidend sind Filtertyp und Wechselintervall.
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Innenraumfilter fürs Auto. Saubere Luft im Wagen gelingt am zuverlässigsten mit einem passenden Filtertyp und einem regelmäßigen Wechsel, idealerweise einmal pro Jahr oder spätestens nach 15.000 bis 20.000 Kilometern.

Gerade im Frühling, wenn Pollen fliegen, macht sich der Zustand des Innenraumfilters schnell bemerkbar. Nach Angaben des TÜV-Verband e. V. strömen über Lüftung und Klimaanlage mehr als 500.000 Liter Luft pro Stunde in ein Fahrzeug. Mit der Außenluft können Pollen, Feinstaub oder andere Schadstoffe in den Innenraum gelangen.

Für Allergiker kann das mehr sein als nur unangenehm. Niesanfälle, tränende Augen oder Husten können die Fahrtüchtigkeit einschränken, ordnet Frank Schneider, Referent für Fahrzeugtechnik beim TÜV-Verband, ein.

Wann ein Filterwechsel sinnvoll ist

Als Faustregel nennt der TÜV-Verband: ein Austausch einmal pro Jahr. Ein praktischer Zeitpunkt ist der Frühling zum Start der Pollensaison. Spätestens nach 15.000 bis 20.000 gefahrenen Kilometern ist ein neuer Filter meist sinnvoll. Passend sind dafür auch Inspektionstermine oder ein Frühjahrs-Check in der Werkstatt.

Neben dem Filter selbst kann auch der Alltag helfen, die Pollenlast im Auto zu senken. Wer allergisch ist, stellt das Auto möglichst nicht direkt unter Bäumen ab. Für Menschen mit Asthma ist es zudem besonders wichtig, den Innenraum möglichst frei von Feinstaub zu halten.

Filtertypen im Vergleich: Standard, Aktivkohle, HEPA

Die Filter unterscheiden sich deutlich in der Wirkung und im Preis:

  • Standardfilter aus Faser oder Vlies halten vor allem Pollen, Staub und gröbere Partikel zurück. Gegen Abgase helfen sie nicht zuverlässig.
  • Aktivkohlefilter können zusätzlich Stickoxide und VOCs aufnehmen, also flüchtige organische Verbindungen, die etwa aus Kunst- oder Klebstoffen stammen können. Das kann auch im Fahrzeug selbst eine Rolle spielen, zum Beispiel bei Neuwagen und bei hohen Temperaturen.
  • HEPA-Filter sollen auch sehr feine Partikel sowie Bakterien und Viren besonders gut abfangen. Laut TÜV-Verband sind Standard-Innenraumfilter oft schon ab fünf bis acht Euro erhältlich, HEPA-Modelle können dagegen 60 bis 80 Euro kosten. Serienmäßig sind sie häufiger in Premium-Modellen, ein Umrüsten ist in der Regel möglich.

Wenn im Stop-and-Go-Verkehr oder in Tunneln Abgase in die Lüftung ziehen, rät der TÜV-Verband zur Umluftfunktion. Dann wird die Luft im Fahrzeug umgewälzt, ohne neue Außenluft anzusaugen.

Wechsel selbst machen oder Werkstatt

Der Zustand des Innenraumfilters liegt in der Verantwortung der Halterinnen und Halter. Bei der Hauptuntersuchung wird laut TÜV-Verband nicht der Filter geprüft, sondern die Funktionsfähigkeit der Lüftungsanlage, damit Scheiben nicht beschlagen.

Innenraumfilter sitzen je nach Modell häufig hinter oder unter dem Handschuhfach. Manche sind im Motorraum nahe der Windschutzscheibe, teils auch unter dem Armaturenbrett. Liegt der Filterbereich an der Windschutzscheibe, kann Laub oder Schmutz die Luftzufuhr beeinträchtigen.

Ein Wechsel ist grundsätzlich auch für Laien möglich. Entscheidend ist der korrekte Einbau. Pfeile auf dem Filter zeigen, in welche Richtung die Luft strömen soll. Der TÜV-Verband rät dennoch, den Austausch in der Werkstatt machen zu lassen und Originalteile von Fahrzeug- oder Filterherstellern zu verwenden.

Gerüche und Schimmel: Warnzeichen ernst nehmen

Wird die Wartung vernachlässigt, können Filter verstopfen oder defekt sein. Dann steigt laut TÜV-Verband das Risiko für Schimmelbildung oder das Einnisten von Bakterien.

Hilfreich ist außerdem Hygiene rund um die Lüftung. Der Verein Deutscher Ingenieure empfiehlt in der gemeinsamen Richtlinie VDI/ZDK 6032 mit dem Zentralverband des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes neben dem regelmäßigen Austausch auch die Reinigung zugehöriger Komponenten, etwa des Gehäuses. Auch ein sauberer Innenraum, zum Beispiel Sitzbezüge und Fußmatten, kann die Staubbelastung reduzieren.

Gegen Gerüche aus der Klimaanlage nennt der TÜV-Verband einen einfachen Kniff. Kurz vor Fahrtende die Kühlung abschalten, das Gebläse aber weiterlaufen lassen. So kann Feuchtigkeit am Verdampfer besser abtrocknen.

Unterm Strich bringt ein passender Filtertyp plus regelmäßiger Wechsel meist den größten Effekt für bessere Luft im Auto.

Dieser Text wurde mit maschineller Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.

Autor:

Laura Lüttmann aus Neustadt/Weinstraße

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