After-Sun-Lotionen bei Öko-Test: Zwei Markenprodukte fallen durch
- Öko-Test hat 20 After-Sun-Cremes getestet. Zwei Markenprodukte fallen gnadenlos durch.
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After-Sun-Lotionen bei Öko-Test. After-Sun-Lotionen sollen gereizte Haut nach einem Tag in der Sonne beruhigen. Doch Öko-Test zeigt: Nicht jede Creme ist so sanft, wie sie wirkt – zwei Produkte fallen im Test sogar durch.
Nach einem langen Tag im Freibad, am See oder auf dem Balkon greifen viele ganz automatisch zur After-Sun-Lotion. Schließlich soll die Pflege kühlen, Feuchtigkeit spenden und sonnenstrapazierte Haut wieder beruhigen. Öko-Test hat dafür in Ausgabe 07/26 20 After-Sun-Lotionen untersucht. darunter sechs zertifizierte Naturkosmetik-Produkte und 14 konventionelle Lotionen. Mehr als drei Viertel erhalten die Noten "gut" oder "sehr gut", zwei Cremes fallen komplett durch.
Zwei After-Sun-Produkte fallen im Test komplett durch
Öko-Test spricht bei den meisten Rezepturen zwar eine Empfehlung aus, doch ausgerechnet zwei bekannte Marken patzen deutlich. Von 20 getesteten After-Sun-Lotionen sind nur vier wegen ihrer Inhaltsstoffe nicht im grünen Bereich – zwei davon fallen sogar durch: die Hawaiian Tropic Hydrating After Sun Lotion mit „mangelhaft“ und die Garnier Ambre Solaire After Sun Feuchtigkeits-Milch mit „ungenügend“.
Bei Garnier kommt aus Sicht von Öko-Test noch ein weiterer schwerwiegender Punkt hinzu. In der Garnier Ambre Solaire After Sun Feuchtigkeits-Milch fand das beauftragte Labor aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe, kurz MOAH. Das ist heikel, weil sich in dieser Stoffgruppe auch krebserregende Verbindungen befinden können.
After-Sun pflegt – Sonnenschäden verhindert sie aber nicht
So angenehm sich After-Sun nach einem langen Sommertag anfühlt: Einen echten Sonnenschaden kann sie nicht rückgängig machen. Öko-Test betont klar, dass keine noch so teure Pflege die Folgen von zu viel Sonne ungeschehen machen kann. Dringen UVA- und UVB-Strahlen länger in die Hautzellen ein, verursachen sie bleibende Schäden, beschleunigen die Hautalterung und erhöhen das Risiko für Hautkrebs.
Anrüchige Duftstoffe: Galaxolid und Tonalid sorgen für Kritik
Besonders kritisch sieht Öko-Test die künstlichen Moschusduftstoffe in den beiden schlechtesten Produkten. In beiden Lotionen wies das Labor Galaxolid nach, bei Hawaiian Tropic zusätzlich noch Tonalid. Diese polyzyklischen Moschusverbindungen reichern sich im menschlichen Fettgewebe an und stehen im Verdacht, das Hormonsystem zu beeinträchtigen; zudem gibt es aus Tierversuchen Hinweise auf eine leberschädigende Wirkung.
Brisant ist auch der regulatorische Ausblick: Die EU-Kommission prüft laut Öko-Test derzeit eine Einstufung dieser Duftstoffe als „wahrscheinlich reproduktionstoxisch beim Menschen“, was später zu einem Verbot führen könnte. Für Verbraucher gibt es immerhin eine Verbesserung bei der Kennzeichnung: Galaxolid wird wegen seines allergenen Potenzials deklarationspflichtig und muss künftig unter seiner chemischen Bezeichnung „Hexamethylindanopyran“ auf der Zutatenliste stehen – wenn auch mit Übergangsfristen bis 2028.
Überflüssige Kunststoffe: Nur die schwächsten Produkte enthalten sie noch
Öko-Test kritisiert außerdem, dass die vier schlechtesten Lotionen im Test als einzige noch synthetische Polymere enthalten. Diese flüssigen oder halbfesten Kunststoffverbindungen sollten Hersteller nach Ansicht der Prüfer vermeiden, weil Kläranlagen sie nur unvollständig zurückhalten können. Einige dieser Stoffe bauen sich in der Umwelt zudem nur sehr langsam ab – mit bislang unbekannten Folgen.
Hinzu kommt: PEG/PEG-Derivate sorgen ebenfalls für Abzüge. In den beiden schlechtesten Produkten werden diese Stoffe kritisiert, weil einige von ihnen die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen können. Auch die mit „befriedigend“ bewerteten Produkte von Biotherm und Douglas verlieren deswegen Punkte.
Die gute Nachricht: Zwölf Lotionen sind „sehr gut“
So scharf die Kritik an den Schlusslichtern ausfällt, so positiv ist das Gesamtbild des Tests. Öko-Test kann mehr als drei Viertel der 20 untersuchten After-Sun-Lotionen mit „gut“ oder „sehr gut“ empfehlen. Zwölf Produkte erhalten sogar die Bestnote „sehr gut“.
Auch im Prüfprogramm zeigen sich etliche positive Ergebnisse. Die Laboruntersuchungen auf Diethylphthalat (DEP) und auf potenziell krebserregende Formaldehyd/-abspalter verliefen ohne abwertungsrelevanten Befund. Einzelprüfungen auf Parabene, BHT oder Elemente waren laut Öko-Test ebenfalls unauffällig.
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |
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