ADAC-Test: Wie Regen und Nebel Notbremsassistenten ausbremsen
- ADAC-Systemvergleich zu Notbremsassistenten bei Regen, Nebel und Blendung.
- Foto: ADAC
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Assistenzsysteme bei Regen und Nebel. Der ADAC zeigt in einem Systemvergleich, dass Notbremsassistenten bei Starkregen, Nebel oder Blendung deutlich unterschiedlich reagieren können und sich Fahrer im Alltag nicht darauf verlassen sollten, dass das Auto in jeder Situation automatisch bremst.
Getestet wurde in der AVL-Wetterhalle in Roding, wo sich starke Regenschauer, Nebelwände und Blendung durch tiefstehende Sonne nachstellen lassen. Die Fahrzeuge fuhren im Vergleich jeweils mit 30 km/h und sollten einmal ein stehendes und einmal ein bewegtes Hindernis erkennen und selbstständig bremsen.
Das zentrale Ergebnis des ADAC: Kein System bestand alle Szenarien fehlerfrei, die Unterschiede zwischen den Herstellern waren aber groß.
Was im Alltag zählt: Erkennen, warnen, bremsen
Für die praktische Einordnung sind drei Punkte entscheidend, die im Vergleich sichtbar wurden.
- Bei dichtem Nebel traten bei vielen Systemen die größten Probleme auf. Im Test zeigte der Mercedes CLA die beste Gesamtperformance und bremste selbst im dichten Nebel ohne Kollision ab.
- Auch gut bewertete Systeme können unerwartet reagieren. Beim Mercedes CLA wurde ein kreuzender Fußgänger erkannt und eine Bremsung eingeleitet, die dann ohne erkennbaren Grund abbrach.
- Mehr Sensoren bedeuten nicht automatisch mehr Sicherheit. Der Nio EL6 mit Radar, Lidar und Kamera reagierte bei dichtem Nebel mit Sichtweiten unter 20 Metern gar nicht oder nur unzureichend.
Überraschend positiv schnitt im Vergleich das kamerabasierte System von Tesla ab. Regen oder leichter Nebel waren laut ADAC kein Problem. In anspruchsvolleren Fällen wurden Hindernisse teils erkannt oder es gab eine Warnung, eine Notbremsung blieb aber aus.
Deutlich schwächer zeigte sich im Test der BYD Seal. Bei Starkregen und dichtem Nebel gab es laut ADAC quasi keine Reaktion mehr. Zusätzlich fehlte eine Warnung, dass die Systeme unter den Bedingungen eingeschränkt sind oder nicht mehr funktionieren.
Als Fazit hält der ADAC fest, dass gut abgestimmte Assistenzsysteme auch unter schwierigen Umweltbedingungen eine Unterstützung sein können. Gleichzeitig bleibt entscheidend, dass Fahrer die Technik als Hilfe einordnen und Hersteller klare Hinweise geben, sobald ein Assistenzsystem nicht mehr zur Verfügung steht.
Autor:Thorsten Kornmann aus Karlsruhe |