Wiederaufbau im Ahrtal: Fünf Jahre nach der Flut

Auch fünf Jahre später ist der Wiederaufbau nach der Flutkatastrophe im Ahrtal nicht abgeschlossen. (Archivbild) | Foto: Thomas Frey/dpa
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Ahrtal. Für viele Menschen im Norden von Rheinland-Pfalz sind die Folgen der Flut bis heute spürbar. Im Ahrtal ist der Wiederaufbau auch fünf Jahre nach der Katastrophe noch nicht abgeschlossen.

In der Nacht vom 14. auf den 15. Juli verwüstete die Flut das Ahrtal und weitere Regionen. Mehr als 180 Menschen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen verloren ihr Leben. 135 Todesopfer wurden im Ahrtal gezählt, ein weiteres im Raum Trier. Eine Person aus der Ahr-Region gilt weiter als vermisst.

Was bis heute bleibt

Die Katastrophe veränderte den Alltag ganzer Orte. Tausende Häuser wurden beschädigt oder zerstört. Straßen, Brücken, Schienen, Strom- und Wassernetze fielen aus. In den Monaten danach lief die Versorgung schrittweise wieder an, doch viele Projekte zogen sich über Jahre.

Zu den sichtbaren Stationen des Wiederaufbaus zählen laut Chronologie unter anderem diese Punkte:

  • Im August funktionierte das Mobilfunknetz wieder wie vor der Katastrophe
  • Im September war eine provisorische Stromversorgung bis zu den Hausanschlusskästen gesichert und Trinkwasser floss weitgehend wieder durch Leitungen
  • Im November fuhren auf einem ersten Abschnitt der Ahrtalbahn wieder Züge
  • Am 12. Dezember wurde die Ahrtalbahn nach Angaben der Bahn auf der Gesamtstrecke wiedereröffnet
  • Am 19. Juni wurde ein weiterer Abschnitt des Ahr-Radwegs für den Radverkehr freigegeben

Politische Aufarbeitung und Kritik

Neben dem Wiederaufbau beschäftigte die Flut auch Politik und Justiz über Jahre. Im Oktober begann ein Untersuchungsausschuss des Landtags in Mainz. Er sollte auch mögliches Behördenversagen aufarbeiten. Später folgte eine Enquete-Kommission mit Empfehlungen für Katastrophenschutz und Anpassungen an den Klimawandel.

Die politischen Folgen reichten bis in Bund und Land. Anne Spiegel trat im April als Bundesfamilienministerin zurück. Innenminister Roger Lewentz gab im Oktober sein Amt auf. Der Abschlussbericht des Untersuchungsausschusses kritisierte im August den Katastrophenschutz und die Landesregierung deutlich.

Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen den früheren Ahr-Landrat Jürgen Pföhler und einen Mitarbeiter aus dem Krisenstab wurden im April eingestellt. In einem Disziplinarverfahren kam ein Ermittlungsbericht am Freitag, 4. Juli, zu dem Ergebnis, Pföhler habe während der Flut „gravierend gegen beamtenrechtliche Pflichten verstoßen“. Ihm droht die Aberkennung des Ruhegehalts.

Zwischen Gedenken und Alltag

Mit Gedenkfeiern in den Jahren nach der Flut erinnerten Menschen im Ahrtal und in anderen betroffenen Regionen an die Opfer. Im Oktober wurde mit einer ersten Gedenkstele in Müsch ein sichtbares Zeichen für ein Erinnerungsprojekt gesetzt.

Zugleich geht der Wiederaufbau im Alltag weiter. Im Juni scheiterten Hinterbliebene mit einem Klageerzwingungsantrag vor dem Oberlandesgericht Koblenz. Der nun wieder befahrbare Teil des Ahr-Radwegs und die durchgehend fahrende Ahrtalbahn zeigen jedoch auch, dass wichtige Infrastruktur nach und nach zurückkehrt. dpa/red

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Cornelia Bauer aus Speyer

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