Verwüstete Gräber in RLP: Wildschweine sorgen für Chaos auf Friedhöfen
- Wildschweine verwüsten Gräber in Rheinland-Pfalz. (Archivbild)
- Foto: Lino Mirgeler/dpa
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Rheinland-Pfalz. Beschädigte Grabstätten können für Angehörige belastend sein. In mehreren Städten in Rheinland-Pfalz melden Verwaltungen Schäden durch Wildschweine auf Friedhöfen. Betroffen sind vor allem Anlagen in Waldnähe, unter anderem in Koblenz, Kaiserslautern und Trier. Mainz und Worms sehen nach eigener Aussage derzeit kein entsprechendes Problem.
Warum Friedhöfe Wildschweine anziehen
Nach Angaben von Frederik Grüneberg vom Landesjagdverband sind Friedhöfe für Wildschweine besonders attraktiv. Die ruhigen Flächen bieten Nahrung wie Pflanzen, Wurzeln und Insekten. Zudem dienen sie den Tieren häufig als sichere Rückzugsräume, weil dort in der Regel nicht gejagt werden darf.
Besonders leicht erreichen Wildschweine Friedhöfe, wenn Wald direkt angrenzt. In Kaiserslautern wurden Gräber auf dem Friedhof in Mölschbach nach Angaben der Stadt regelrecht umgegraben. Blumen und Erde lagen demnach um die Grabstätten verteilt. Das nahe Waldgebiet und viele Eichen auf dem Gelände machten die Anlage für die Tiere attraktiv.
Trockenheit verstärkt die Suche nach Nahrung
Auch die anhaltende Trockenheit spielt nach Einschätzung der Friedhofsverwaltung Koblenz eine Rolle. Wildschweine suchen demnach gezielt nach feuchten Böden, Wurzeln und anderer Nahrung. Frisch gegossene Gräber bieten dafür vergleichsweise gute Bedingungen.
Für Friedhofsbesucher bedeutet das vor allem: Offene Tore können das Problem verschärfen. In Trier setzt die Stadt deshalb unter anderem auf Hinweisschilder an den Eingängen. Sie sollen daran erinnern, Tore nach dem Betreten oder Verlassen der Anlagen geschlossen zu halten.
Kommunen setzen auf Zäune und Jagdbehörden
Die betroffenen Städte arbeiten nach eigenen Angaben mit Jagdbehörden an Lösungen, um Wildschweine dauerhaft fernzuhalten. In Koblenz setzt die Stadt auf Ausnahmegenehmigungen zur Einzelbejagung. In Trier werden ältere Zäune durch neue ersetzt. Kaiserslautern macht Friedhofszäune schrittweise wildschweinsicher.
Zu den wichtigsten Maßnahmen zählen nach Einschätzung der Kommunen und des Landesjagdverbands:
- stabile Zäune rund um Friedhofsanlagen
- selbstschließende Tore und Türen
- geschlossene Eingänge nach jedem Besuch
- Hinweisschilder für Besucher
- enge Abstimmung mit den Jagdbehörden
Emotionale Belastung für Angehörige
Die Schäden lassen sich zwar häufig wiederherstellen. Für viele Angehörige wiegt nach Angaben der Stadt Koblenz aber vor allem der emotionale Schaden schwer, wenn Grabstätten verwüstet werden. Die Kommunen suchen deshalb nach dauerhaften Lösungen, die Friedhöfe schützen und weitere Schäden verhindern. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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