Sturmschäden in Singen-Bohlingen: Bahnstrecke weiter gesperrt
- Wegen des war der Ortsteil Bohlingen zeitweise gesperrt.
- Foto: Silas Stein/dpa
- hochgeladen von Cornelia Bauer
Singen-Bohlingen. Straßen sind wieder frei, doch Bahnreisende müssen rund um Singen und Konstanz weiterhin mit Ausfällen rechnen. Das schwere Unwetter vom 28. August hat in der Bodenseeregion massive Schäden hinterlassen.
Besonders betroffen ist Bohlingen, ein Ortsteil von Singen nahe der Schweizer Grenze und dem Bodensee. Nach Angaben der Polizei wurden dort mehr als 190 Häuser durch Sturmböen und umgestürzte Bäume beschädigt. Ein Haus ist nicht mehr bewohnbar. Ein Mensch wurde leicht verletzt. Die Ermittler gehen von einem Schaden in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro aus.
Ortsteil war für einen Tag gesperrt
Nach dem Unwetter war Bohlingen den kompletten Tag abgesperrt. Außer Anwohnern und Einsatzkräften durfte niemand in den Ortsteil hineinfahren. Einsatzfahrzeuge und Trümmerteile auf den Straßen machten ein Durchkommen unmöglich, teilte die Polizei mit.
Inzwischen sind die Straßen wieder geöffnet. Feuerwehrleute arbeiteten auch am Samstag, 29. August, weiter an der Beseitigung der Schäden. „Es wird wahrscheinlich noch Tage dauern, bis hier alles aufgeräumt ist“, sagte Feuerwehr-Einsatzleiter Mario Dutzi am Samstagvormittag. Er rechnete damit, dass die Feuerwehr noch den Tag über im Einsatz bleibt.
Überflutungsgefahr an der Aach
Umgestürzte Bäume verstopften zudem den Fluss Aach. Das Wasser staute sich, zwischenzeitlich bestand nach Polizeiangaben Überflutungsgefahr. Feuerwehrleute räumten die Hindernisse aus dem Fluss.
Bahnstrecke Singen–Konstanz gesperrt
Auch im Zugverkehr gab es erhebliche Folgen. Umgestürzte Bäume beschädigten Oberleitungen. Am Samstagmittag war die Strecke zwischen Singen und Konstanz wegen Reparaturarbeiten weiter gesperrt. Laut Deutscher Bahn sind die Linien RE 2, RE 3 und RB 31 betroffen. Es gibt Ersatzverkehr mit Bussen.
Gastronomie am Bodensee räumt Schäden auf
Der Sturm traf auch Gastronomiebetriebe rund um den Bodensee. Bei der Gaststätte „Die Mole“ in Radolfzell wurde die Terrasse verwüstet. Ein Video des Betriebs auf Instagram zeigt beschädigte Außenbereiche. Auch ein Eisstand wurde vom Wind umgeworfen.
Das „Seeliebe Beach“ in Sipplingen musste seine Anlage nach dem Unwetter schließen, um Schäden zu beseitigen. Nach Angaben der Betreiber mussten umgestürzte Stühle, beschädigte Sonnenschirme sowie Äste und Blätter weggeräumt werden.
DWD misst Orkanböen bis 143 km/h
Der Deutsche Wetterdienst bezeichnete das Unwetter als außergewöhnlich. Vor allem die Stärke der Sturmböen sei bemerkenswert, sagte ein DWD-Meteorologe. Eine Messstation in Schaffhausen registrierte Windgeschwindigkeiten von bis zu 143 Kilometern pro Stunde. Das entspricht Orkanstärke 12.
Nach Angaben des DWD bestand die Wetterlage aus zahlreichen Gewitterzellen. Solche Zellen können sich gegenseitig verstärken und länger bestehen bleiben. Auf dem weiteren Weg Richtung Osten schwächte sich die Gewitterfront ab. Im Raum Stuttgart fiel das Unwetter nach DWD-Angaben weniger heftig aus. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
|
| Cornelia Bauer auf Facebook | |