Stilllegung für AKW Cattenom gefordert: Mahnwache in Trier
- Das Saarland, Rheinland-Pfalz und Luxemburg streben seit längerem eine Stilllegung des Atomkraftwerks an. (Archivbild)
- Foto: Christophe Karaba/epa/dpa
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Trier. In der Grenzregion zu Frankreich wächst erneut der Druck auf das Atomkraftwerk Cattenom. Zum 40. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl fordert das Bündnis „Stopp Cattenom“ die Stilllegung der Anlage nahe der deutschen Grenze.
Nach Angaben des Bündnisses drohe der geplante Weiterbetrieb des Kraftwerks ein „unkalkulierbares Risiko für die Großregion“ zu werden. Unterstützt wird die Initiative unter anderem vom Bund für Umwelt und Naturschutz Rheinland Pfalz.
Am Samstag, 25. April ist in Trier eine Mahnwache geplant. Beginn ist um 11 Uhr. Mit der Aktion wollen Atomkraftgegner an die Katastrophe von Tschernobyl erinnern und zugleich auf mögliche Risiken durch das rund 20 Kilometer von der deutschen Grenze entfernte Kraftwerk aufmerksam machen.
Marianne Rummel vom BUND Rheinland Pfalz erklärte, Cattenom gehöre „endlich stillgelegt“. Auch Markus Pflüger vom Antiatomnetz Trier verwies auf das Alter der Anlage. Die vier Reaktoren würden bald ihre ursprünglich geplante Lebensdauer von 40 Jahren erreichen. Kritiker sprechen zudem von Rissen und einer steigenden Zahl von Störfällen.
Tausende unterstützen Online Petition
Parallel zu den Protesten läuft eine internationale Online Petition gegen den Weiterbetrieb des Kraftwerks. Nach Angaben des Bündnisses wurde sie von Organisationen aus mehreren Ländern gestartet.
- 22 Organisationen aus Deutschland
- 14 aus Frankreich
- 7 aus Luxemburg
- 1 aus Belgien
Innerhalb weniger Wochen seien bereits knapp 8000 Unterschriften gesammelt worden.
Frankreich prüft längere Laufzeiten
Frankreichs Atomaufsicht hat im vergangenen Jahr grundsätzlich erlaubt, Reaktoren der 1300 Megawatt Baureihe über die bisher angenommene Laufzeit von 40 Jahren hinaus bis zu 50 Jahre zu betreiben. Voraussetzung sind zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen und umfangreiche technische Prüfungen.
Die Reaktoren werden in Frankreich alle zehn Jahre einer Sicherheitsüberprüfung unterzogen. Die vierte dieser Kontrollen gilt als besonders wichtig, weil die Anlagen ursprünglich nur für 40 Jahre ausgelegt wurden.
Für den ältesten Reaktor in Cattenom ist diese Prüfung für 2027 vorgesehen. Die weiteren Blöcke folgen danach Schritt für Schritt.
Frankreich setzt weiterhin stark auf Atomenergie. Mit derzeit 57 Reaktoren ist das Land nach den USA der zweitgrößte Produzent von Atomstrom weltweit. Ein erster neuer Reaktor einer geplanten neuen Generation soll nach Regierungsplänen ab 2038 Strom liefern. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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