„So isch na au wieder“: Warum Cem Özdemir wieder öfter Schwäbisch schwätzt
- Özdemir ist erst seit ein paar Monaten Ministerpräsident. (Archivbild)
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Stuttgart. Dialekt zu sprechen soll in Baden-Württemberg nach Ansicht von Ministerpräsident Cem Özdemir kein Nachteil sein. Der Grünen-Politiker wirbt stattdessen für einen selbstbewussten Umgang mit Schwäbisch und anderen Mundarten.
„Wir haben keine Sprachpolizei. Jeder soll reden, wie ihm der Schnabel gewachsen ist“, sagte Özdemir der Deutschen Presse-Agentur. Auch im Parlament habe er Kollegen erlebt, die stark bayrisch oder sächsisch gesprochen hätten. Verständigung sei trotzdem möglich gewesen.
Özdemir sieht Dialekt als Teil der Identität
Dialekte sind für Özdemir mehr als eine regionale Eigenheit. Mundart sei wichtig, gerade wenn es um Gefühle gehe. Vieles lasse sich darin anders ausdrücken als in der Schriftsprache. Außerdem stifte sie Identität und mache Regionen unverwechselbar.
Seit seiner Rückkehr aus Berlin nach Baden-Württemberg ist Özdemir nach eigenen Worten wieder häufiger schwäbisch zu hören. Er spricht nach eigener Darstellung situationsabhängig Dialekt. Unter Schwaben rede er Schwäbisch. Wenn Nicht-Schwaben dabei seien, versuche er möglichst Hochdeutsch zu sprechen. Grundsätzlich gelte für ihn: Je entspannter die Lage, desto schwäbischer werde seine Sprache.
Seine schwäbische Lieblingswendung ist „So isch na au wieder“. Der Ausspruch steht dafür, dass es meist mehr als nur eine Sicht auf die Dinge gibt.
Mehr Akzeptanz für Mundart an Schulen
Özdemir sprach sich zudem dafür aus, Dialekte an Schulen stärker zu erhalten und weiterzugeben. Nach seiner Einschätzung hat sich dort bereits vieles verändert. Während seiner eigenen Schulzeit habe es noch Auseinandersetzungen darüber gegeben, ob Schwäbisch im Unterricht gesprochen werden dürfe.
In Baden-Württemberg gibt es mit Schwäbisch, Kurpfälzisch oder Hohenlohisch eine große Vielfalt an Dialekten. Früher wurden Mundarten im Schulalltag teils zurückgedrängt. Heute gelten sie vielerorts wieder als Teil regionaler Identität und Kultur. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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