Shamonda-Virus in Rheinland-Pfalz: Bereits 62 Rinderbestände betroffen
- Das Shamonda-Virus ist in Rheinland-Pfalz in mehr als 60 Rinderbeständen nachgewiesen (Symbolbild)
- Foto: Sven Hoppe/dpa
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Rheinland-Pfalz. Für Verbraucherinnen und Verbraucher besteht nach Behördenangaben keine Gefahr, zugleich müssen Rinderhalter in Rheinland-Pfalz mit weiteren Nachweisen des Shamonda-Virus rechnen. Das Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz in Koblenz meldet 62 positiv getestete Rinderbestände, Stand 2. September.
Was über das Virus bekannt ist
Das Shamonda-Virus ist in diesem Sommer erstmals in Mitteleuropa aufgetreten und breitet sich nun bei Rindern in Südwestdeutschland aus. Für Menschen ist das Virus nach Angaben des LUA ungefährlich.
Übertragen wird der Erreger durch blutsaugende Gnitzen, also kleine Mücken. Weil diese zwischen Juli und Oktober besonders aktiv sind, rechnet das LUA aktuell mit einer schnellen Ausbreitung.
Symptome bei Rindern meist mild
Betroffene Tiere zeigen Fieber und Durchfall. Milchkühe geben weniger Milch. Infektionen führen nach derzeitigem Stand in der Regel nur zu milden klinischen Erscheinungen. Die Tiere erholen sich laut LUA meist relativ schnell.
Von besonderer Bedeutung ist jedoch eine mögliche Übertragung auf den Fetus während der Trächtigkeit. Je nach Zeitpunkt der Infektion können Aborte, Totgeburten oder schwere angeborene Missbildungen auftreten. In Rheinland-Pfalz sieht das LUA bisher keine signifikant erhöhte Sterblichkeit oder Abortrate bei Rindern.
Nachweise auch bei Alpaka und Pferd
Nach Angaben des LUA wurde das Shamonda-Virus auch bei einem rheinland-pfälzischen Alpaka nachgewiesen. Das erkrankte Tier konnte nicht aufstehen, zitterte stark und hatte Untertemperatur. Inzwischen ist es wieder genesen.
In der zweiten Augusthälfte wurde zudem ein totes Pferd aus Rheinland-Pfalz positiv auf das Virus getestet. Laut LUA ist es der erste Nachweis des Shamonda-Virus bei einem Pferd in Deutschland.
Diese Regionen sind betroffen
Die positiv getesteten Rinderbestände liegen vor allem in der Eifel. Gemeldet wurden 23 Bestände im Eifelkreis Bitburg-Prüm, 9 im Vulkaneifelkreis und 7 im Kreis Bernkastel-Wittlich. Weitere Nachweise gibt es im Rhein-Lahn-Kreis, im Rhein-Hunsrück-Kreis, im Kreis Altenkirchen, im Kreis Mayen-Koblenz, im Donnersbergkreis und im Kreis Mainz-Bingen.
Einordnung für Betriebe und Verbraucher
Das Virus kommt nach LUA-Angaben in Afrika und Japan vor. Es gehört zu den Orthobunyaviren aus der Simbu-Serogruppe. Dazu zählen auch das Schmallenberg-Virus und das Akabane-Virus. Für die Bevölkerung ist vor allem wichtig, dass das Shamonda-Virus nach aktuellem Stand nicht als Gefahr für Menschen gilt. Für Tierhalter bleibt wegen möglicher Folgen während der Trächtigkeit die Beobachtung der Bestände entscheidend. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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