Rheinland-Pfalz will Abschuss von Problemwölfen erleichtern
- In Rheinland-Pfalz gibt es sechs Wolfsrudel. (Archivbild)
- Foto: Bernd Weißbrod/dpa
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Rheinland-Pfalz. Weidetierhalter im Land dürften aufatmen: Auffällige Wölfe könnten künftig leichter getötet werden. Umweltministerin Christine Schneider unterstützt den Abschuss von Problemwölfen und verweist auf eine geplante Anpassung von Landesjagdgesetz und Landesjagdverordnung.
Die CDU-Politikerin sagte der Deutschen Presse-Agentur in Mainz, damit sollten auch bundesrechtliche Regeln umgesetzt werden. Gemeint sind Fälle, in denen Wölfe mehrfach Nutztiere trotz Herdenschutz reißen. Nach ihren Angaben geht es nicht um Einzelfälle. Vor einem Abschuss müsse eindeutig geklärt sein, dass das betreffende Tier tatsächlich Schafe oder andere Weidetiere gerissen hat.
Neues Jagdgesetz soll ab 1. April 2027 gelten
Am Zeitplan für das neue Landesjagdgesetz hält das Ministerium fest. Es soll nach Angaben Schneiders am 1. April 2027 in Kraft treten. Der erste Entwurf befindet sich derzeit zur Anhörung im Ministerrat.
Schneider betonte zudem, Rheinland-Pfalz sei kein Hotspot bei der Ansiedlung von Wölfen. Zugleich müsse verhindert werden, dass sich Lagen wie in Niedersachsen oder in Teilen Ostdeutschlands entwickeln. Deshalb seien Managementpläne wichtig. Auch der Erhaltungszustand der Wolfspopulation spiele bei möglichen Abschüssen eine Rolle. Fällt dieser günstig aus, könne nach ihren Worten auch eine Verringerung des Bestands möglich werden.
Derzeit sechs Rudel mit insgesamt zwölf Wölfen
Nach Angaben des Umweltministeriums gibt es in Rheinland-Pfalz aktuell sechs Wolfsrudel mit insgesamt zwölf Tieren. Hinzu kommt ein einzelner Wolf. Außerdem ziehen immer wieder Tiere aus benachbarten Bundesländern durch das Land. Nicht jeder Wolf werde dabei erfasst, etwa wenn es keine Risse gibt oder Wildkameras die Tiere nicht aufnehmen.
Das Koordinationszentrum Luchs und Wolf verzeichnete bis Anfang Juli landesweit 122 gesicherte Wolfsnachweise. Im gleichen Vorjahreszeitraum waren es 149. Im vergangenen Jahr wurden 45 Wolfsübergriffe registriert. Dabei wurden insgesamt 206 Tiere geschädigt.
Land zahlt bis zu 100 Prozent für Herdenschutz
Die Debatte um Wölfe und Herdenschutz bleibt nach Einschätzung der Ministerin emotional. Viele Weidetierhalter hätten in der Vergangenheit nicht immer den Eindruck gehabt, dass ihre Probleme ernst genommen werden. Zugleich verwies Schneider darauf, dass Tierhalter eigene Schutzmaßnahmen für ihre Herden ergreifen müssten.
Das Land fördert solche Maßnahmen nach Ministeriumsangaben in definierten Präventionsgebieten mit bis zu 100 Prozent der Kosten. Unterstützt werden Halter von Schafen, Ziegen, Lamas, Alpakas oder Gehegewild. Auch für Kälber und Fohlen kann eine spezielle Einzäunung von Teilen der Weide gefördert werden. Nach einem Wolfsriss ist eine Förderung auch außerhalb der Präventionsgebiete möglich. In Europa hat sich die Zahl der Wölfe binnen zehn Jahren nahezu verdoppelt. Für 2023 wurden rund 20.300 Tiere genannt. In Deutschland wurden zuletzt mehr als 1.600 Wölfe gezählt. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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