Protest-Sperre am Brenner: Tausende blockieren Transitroute

Menschen reisten mit Bahn und Fahrrädern zu dem Protest an. | Foto: Matthias Röder/dpa
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Gries am Brenner. Auf einer der wichtigsten Nord Süd Routen durch die Alpen ist der Transitverkehr zeitweise gestoppt worden. Tausende Menschen haben am Samstag am Brenner gegen die starke Verkehrsbelastung protestiert.

Wegen der Demonstration wurde die Brenner Route für Transitfahrten bis zum Abend gesperrt. Viele Teilnehmer reisten mit dem Zug oder mit Fahrrädern an. Organisiert wurde der Protest von Gemeinden aus dem Tiroler Wipptal.

Initiator Karl Mühlsteiger sprach von einer Grenze der Belastbarkeit. Die Bevölkerung leide unter den Abgasen des Transitverkehrs. Mühlsteiger ist Bürgermeister der Gemeinde Gries am Brenner. Aus seiner Sicht könne es so nicht weitergehen.

Eine der meistbefahrenen Alpenrouten

Nach Angaben des Autobahnbetreibers Asfinag nutzten im Jahr 2025 rund 11 Millionen Autos und etwa 2,5 Millionen Lastwagen die mautpflichtige Brenner Autobahn. Damit gilt sie als verkehrsreichste Nord Süd Verbindung über die Alpen.

Der Verkehrs und Umweltverband VCÖ kommt zu einem ähnlichen Ergebnis. Demnach fuhren im vergangenen Jahr fast dreimal so viele Lastwagen über den Brenner wie über alle Transitstrecken in der Schweiz zusammen.

Kritik auch an deutscher Bahnplanung

Bei der Demonstration richtete sich Kritik auch gegen Deutschland. Auf Plakaten forderten Teilnehmer schnellere Fortschritte bei der Planung der Bahn Zulaufstrecke in Bayern. Sie soll nach der Fertigstellung des Brennerbasistunnels mehr Güterverkehr auf die Schiene verlagern und die Autobahn entlasten.

Tirols Ministerpräsident Anton Mattle erklärte, die Forderungen der Demonstranten seien bereits an Wien, Berlin, Rom und Brüssel weitergegeben worden. Die Belastung durch den starken Transit habe inzwischen Grenzen überschritten.

Kein Verkehrschaos trotz Sperre

Trotz der vollständigen Sperre blieb ein befürchtetes Verkehrschaos zunächst aus. Laut Asfinag verlief der Verkehr auf Ausweichstrecken am Samstag bis zum Nachmittag ruhig.

Normalerweise passieren in dem Zeitraum der Sperre mehr als 30.000 Fahrzeuge die Mautstellen der Brenner Autobahn. Polizei und Rettungsdienste in Bayern und Österreich hatten sich vorsorglich auf deutlich mehr Verkehr eingestellt. dpa/red

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Cornelia Bauer aus Speyer

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