Oper-Interim in Stuttgart: Bau wird deutlich kleiner
- Das Opernhaus in der Stuttgarter Innenstadt muss dringend saniert werden. (Archivbild)
- Foto: Bernd Weißbrod/dpa
- hochgeladen von Cornelia Bauer
Stuttgart. Für die Sanierung der Stuttgarter Oper wird die geplante Ausweichspielstätte deutlich kleiner und günstiger. In Stuttgart haben Land Baden-Württemberg und die Stadt ihre Planungen so geändert, dass das Interimsgebäude höchstens 289 Millionen Euro kosten soll.
Nach einer Sitzung des Verwaltungsrats der Württembergischen Staatstheater teilten beide Seiten mit, das Projekt solle damit schneller umgesetzt und die Kosten besser eingehalten werden. Die Projektgesellschaft ProWST habe dafür eine kompaktere Variante entwickelt.
Weniger Fläche und weniger Plätze
Nach den neuen Plänen werden die Flächen der Ausweichspielstätte um rund 40 Prozent reduziert. Gespart werden soll unter anderem bei Foyer- und Lagerflächen. Auch die Zuschauerkapazität fällt kleiner aus. Das Gebäude ist als Übergangslösung für etwa zehn Jahre vorgesehen. In dieser Zeit sollen Oper und Ballett dort spielen, während das eigentliche Opernhaus saniert wird. Nach Abschluss der Arbeiten soll das Interim weiter genutzt werden, etwa als Büro- oder Gewerbefläche.
Land und Stadt halten am Projekt fest
Kunstministerin Petra Olschowski bezeichnete das Interim als zentrales Bauwerk für das Gelingen des Gesamtprojekts. Ohne diese Ausweichspielstätte könne der künstlerische Betrieb nicht durchgängig aufrechterhalten werden. Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper erklärte, trotz der angespannten Haushaltslage werde das Projekt weiterverfolgt. Zugleich solle bei Größe und Ausführung gespart werden.
Erste Aufführungen sind für 2033 geplant
Das Opernhaus von 1911 gilt seit Jahren als stark sanierungsbedürftig. Die Leitung der Staatstheater drängt deshalb schon lange auf eine zügige Lösung. Ursprünglich sollte der Bau der Interimsspielstätte im Jahr 2026 beginnen und bis 2029 abgeschlossen sein. Zuletzt war von einem Start im Jahr 2028 die Rede. Die ersten Stücke sollen nach derzeitigem Stand ab Samstag, 1. Januar 2033 im Ausweichgebäude aufgeführt werden. Stadt und Land teilen sich die Kosten für das Gesamtprojekt. Für die Sanierung werden bisher rund eine Milliarde Euro angesetzt. Diese Berechnung stammt allerdings aus dem Jahr 2019. Kritiker befürchten, dass das Vorhaben am Ende deutlich teurer werden könnte. dpa/red
Autor:Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern |