Luchs schwimmt bei Laufenburg durch den Rhein
- Auf Partnerinnensuche ist Luchs «Juro» über den Rhein in die Schweiz geschwommen.(Archiv)
- Foto: Lando Hass/dpa
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Südschwarzwald. Eine ungewöhnliche Wanderung eines Luchses liefert neue Hinweise für den Naturschutz. Bei Laufenburg im Landkreis Waldshut hat der Luchs „Juro“ den Rhein schwimmend überquert und ist auf Partnersuche in Richtung Schweiz unterwegs.
Nach Angaben der Forstlichen Versuchs und Forschungsanstalt Baden Württemberg verließ das junge Männchen während der Paarungszeit sein Revier im Südschwarzwald. Bereits im März schwamm der etwa zweijährige Luchs bei Laufenburg durch den Rhein. Forschende vermuten, dass das Tier in der Schweiz ein Weibchen sucht. Von dort könnte Juro ursprünglich auch eingewandert sein.
Bewegung erstmals genau per Sender dokumentiert
Für Fachleute ist die Rheinüberquerung ein wichtiger Hinweis auf die Bedeutung vernetzter Lebensräume. Luchs Expertin Eva Klebelsberg erklärt, dass Wildtiere durchaus Gewässer schwimmend überqueren können. Auch Brücken werden gelegentlich genutzt.
Besonders ist laut FVA jedoch, dass diese Wanderung erstmals exakt mit den Daten eines Halsbandsenders nachvollzogen werden konnte. Dadurch lässt sich genauer analysieren, welche Wege die Tiere zwischen ihren Lebensräumen nutzen.
Großes Revier im Südschwarzwald
Der Luchs war erstmals am Samstag, 30. August bei Schopfheim durch einen Riss nachgewiesen worden. Kurz danach erhielt er einen Sender. Seitdem streifte Juro durch ein rund 780 Quadratkilometer großes Gebiet zwischen Kandern und Wehr.
Seit Ende Februar gilt er im Südschwarzwald als territorial. Mit Beginn der Paarungszeit Anfang Februar zog es ihn jedoch immer wieder in Richtung Schweizer Grenze.
Mehr Weibchen sollen Population stärken
Ob Juro dauerhaft in der Schweiz bleibt oder wieder in den Schwarzwald zurückkehrt, ist offen. Die FVA steht dazu im Austausch mit der Schweizer Stiftung KORA sowie den zuständigen Kantonen.
In Baden Württemberg lebten lange Zeit nur sesshafte männliche Luchse. Um eine stabile Population aufzubauen, werden im Projekt „Luchs Baden Württemberg“ seit 2023 auch weibliche Tiere im Schwarzwald ausgewildert.
Die Wanderung von Juro liefert den Forschenden wichtige Hinweise auf mögliche Wildtierkorridore zwischen Deutschland und der Schweiz. Solche Verbindungen gelten als entscheidend für den genetischen Austausch der Luchse im Dreiländereck. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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