Kritik aus Mainz am ZDF: „Anstalt“ legt im Danger-Dan-Streit nach
- Das neue Lied des Rappers Danger Dan sorgt beim ZDF für eine Kontroverse. (Archivbild)
- Foto: Bernd Wüstneck/dpa
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Mainz. Der Streit um den abgesagten Auftritt von Danger Dan im ZDF geht weiter: Das Team der Satiresendung „Die Anstalt“ hat seine Kritik an der Entscheidung des Senders in der Jubiläumsausgabe ausführlich bekräftigt.
In der vorab am Samstag, 18. Juli, im Stream bereitgestellten 100. Sendung erläuterten die Moderatoren Claus von Wagner, Max Uthoff und Maike Kühl ihre Position vor der Kamera. Teile des Studiopublikums reagierten mit großem Applaus.
„Anstalt“ nennt ZDF-Entscheidung mutlos
Claus von Wagner sagte, man verstehe zwar, dass es über den Song „Keine Angst“ unterschiedliche Meinungen geben könne. Die Entscheidung des ZDF wirke aus Sicht des Teams aber in einer Zeit steigender rechtsextremer Gewalt in Deutschland „mutlos“.
Anschließend lasen die Beteiligten Passagen aus dem Lied vor und ordneten sie ein. Eine Textstelle zum Recherchieren und Veröffentlichen von Namen Rechtsextremer könne strafbar sein, sagte Max Uthoff.
Debatte über letzte Zeilen des Liedes
Besonders intensiv habe das Team nach eigenen Angaben über die Schlusszeilen diskutiert. In dem Song werden vier Vornamen genannt, die identisch sind mit den Vornamen einschlägig bekannter, teils rechtskräftig verurteilter Linksextremisten. Uthoff betonte, Gewalt werde verurteilt. Zugleich stellte er die Frage, was geschehe, wenn der Staat sein Gewaltmonopol nicht durchsetze und Menschen vor Nazis ungeschützt seien.
Maike Kühl sagte, die Debatte sei wichtig. Man hätte sich gewünscht, dass Danger Dan auftreten darf, um danach öffentlich mit ihm diskutieren zu können.
Leerer Flügel in Jubiläumssendung
Zuvor zeigte die Sendung nach einem Sketch einen schwarzen Flügel im Scheinwerferlicht. Davor stand ein einzelnes Mikrofon. Geplant war ursprünglich, dass Danger Dan den Song gemeinsam mit Pianist Igor Levit in der 100. Ausgabe präsentiert.
Auch das ZDF griff den abgesagten Auftritt am Samstagabend in einer „Aspekte“-Sendung auf. Dort kamen Juristen, Journalisten, Kabarettisten und Publizisten mit unterschiedlichen Einschätzungen zu Wort.
ZDF verweist auf mögliche Extremismus-Deutung
Der Sender hatte seine Entscheidung damit begründet, der Liedtext könne als Anleitung zum politischen Extremismus verstanden werden. Aus Sicht des ZDF propagiere er Selbstjustiz und schließe rechtswidrige Taten und Gewalt nicht aus.
Oliver Heidemann, Leiter der ZDF-Hauptredaktion Show, sagte, man habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Zugleich bedauerte er, dass der Vorgang lange gedauert habe. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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