Klimakrise im Südschwarzwald: Riesenregenwurm bedroht
- Der Badische Riesenregenwurm wird mehr als einen halben Meter lang.
- Foto: Matthias Kupferschmidt/Schwarzwaldregion Belchen/dpa
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Südschwarzwald. Für Menschen in der Region wird der Klimawandel auch im Waldboden sichtbar: Der seltene Badische Riesenregenwurm gerät durch Hitze und Trockenheit zunehmend unter Druck. Das Tier gilt als größter Regenwurm Europas und kommt nur im Südschwarzwald vor.
Nach Einschätzung des BUND könnte die Klimakrise für die Art „zur existenziellen Bedrohung werden“. Der Wurm fühlt sich in feuchter und kühler Umgebung wohl. Weil es wärmer und trockener wird, zieht er sich nach Angaben von Christoph Schramm, Referent für Landwirtschaft und Wald beim BUND, in immer höhere Lagen zurück.
Warum der Rückzug nach oben kaum noch hilft
Der Badische Riesenregenwurm kann bis zu 60 Zentimeter lang und bis zu 20 Jahre alt werden. In bis zu zwei Meter Tiefe ist er zwar noch vergleichsweise gut vor Hitze geschützt. Folgen Hitzewellen aber dichter und regelmäßiger aufeinander, trocknet nach Angaben des BUND auch die Erde in tieferen Schichten stärker aus.
Besonders gefährdet sind Jungtiere. Sie bleiben im ersten Lebensjahr eher in den oberen Bodenschichten. Wenn dort die Erde austrocknet, kann das ganze Jahrgänge schwächen oder ausfallen lassen, warnt Schramm.
Was den Wurm im Schwarzwald besonders macht
Der Lebensraum des Tieres ist eng begrenzt. Der Wurm lebt etwa in höheren Lagen des Südschwarzwalds, darunter am Feldberg. Viel Spielraum nach oben bleibt ihm nach Einschätzung des BUND nicht, weil die Art bereits in den höchsten Bereichen des Südschwarzwalds vorkommt.
Wichtig ist auch der Boden selbst. Im Schwarzwald sorgen viele Nadelbäume bislang für eher saure Böden. Dort fühlt sich der Badische Riesenregenwurm laut Naturschutzangaben besonders wohl, anders als viele andere Regenwürmer. Wenn Nadelbäume durch den Klimawandel verschwinden, verändern sich die chemischen Eigenschaften des Bodens und damit der Lebensraum des seltenen Tieres.
Forscher wissen noch wenig über den Bestand
Wie viele Badische Riesenregenwürmer es insgesamt gibt, ist nach Angaben von Schramm kaum bekannt. Es gebe nur wenige Daten und Erhebungen. Das Tier ist schwer zu beobachten, weil es Erschütterungen spürt und sich schnell verkriecht. Klar ist aber: Sein kleines Verbreitungsgebiet macht es besonders empfindlich für Veränderungen im Südschwarzwald. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |