„Keinen Kulturrabatt“: Özdemir fordert klare Worte zu Homophobie und Islamismus
- Özdemir ist erst seit ein paar Monaten Ministerpräsident.
- Foto: Bernd Weißbrod/dpa
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Stuttgart. Nach dem tödlichen Anschlag am Rande des CSD in Berlin hat Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir Islamverbände wegen ihrer Reaktion scharf kritisiert. Der Grünen-Politiker sagte in Stuttgart, es müsse klar benannt werden, dass es sich um einen schwulen- und queerfeindlichen Anschlag gehandelt habe.
Özdemir bezog sich nach eigenen Worten auf eine Stellungnahme muslimischer Dachverbände. Wer diese Erklärung lese, dem werde das Motiv des Täters nicht klar, sagte er. Auch dass der Täter sich auf seine Religion bezogen habe, sei in der Erklärung nicht erwähnt worden. „Das Thema des Islamismus muss einfach erwähnt werden“, sagte Özdemir.
Özdemir fordert klare Benennung von Homophobie
Der Regierungschef forderte die muslimischen Dachverbände auf, sich stärker mit Homophobie auseinanderzusetzen. Wenn Schwulenfeindlichkeit dort nicht angegangen und das Thema nicht angesprochen werde, erleichtere das aus seiner Sicht Extremisten die Rekrutierung. Das Thema gehöre bei den Verbänden auf die Tagesordnung, sagte Özdemir. „Es kann da keinen Kulturrabatt geben.“
Hintergrund zum Anschlag in Berlin
Bei dem Anschlag mit einem Fahrzeug in Berlin wurde eine Frau getötet. 31 Menschen wurden teils schwer verletzt. Der 21 Jahre alte Täter war im Mai wegen versuchten Anschlusses an die Terrormiliz IS zu einer Jugendstrafe verurteilt worden und befand sich auf freiem Fuß. Abdul B. starb einen Tag nach dem Anschlag durch Schüsse von Polizisten, die ihn gestellt hatten. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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