Immer mehr wohnungslose Frauen in Trier: Hilfe am Limit
- Die Zahl der wohnungslosen Frauen steigt.
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Trier. Die Zahl wohnungsloser Frauen steigt deutlich. In Trier suchen immer mehr Betroffene Hilfe in speziellen Einrichtungen wie dem „Café Haltepunkt“. Beratungsstellen berichten von stark wachsender Nachfrage und warnen vor einer zunehmenden sozialen Notlage.
Maria ist 38 Jahre alt und hat selbst erlebt, wie schnell ein Leben aus der Bahn geraten kann. Früher habe sie Arbeit und Geld gehabt. Dann geriet sie an gewalttätige und kriminelle Partner. Nach mehreren Umzügen verlor sie zunächst ihren Job in einem Restaurant und schließlich ihre Wohnung in einer Kleinstadt bei Mainz.
„Der Vermieter kam und sagte, ich müsste in zehn Minuten raus sein“, erinnert sie sich. Ihre Tochter lebte zu diesem Zeitpunkt bereits in einer Einrichtung des Jugendamts. „Die Trennung von ihr war das Schlimmste in meinem Leben.“
Zeitweise schlief Maria bei Freundinnen oder auf einer Treppe vor einem Frauenhaus. Heute sitzt sie im „Café Haltepunkt“ in Trier. Die Einrichtung des Sozialdienstes katholischer Frauen bietet wohnungslosen Frauen tagsüber einen Aufenthaltsort. Seit wenigen Tagen hat Maria auch einen Platz in der angeschlossenen Notunterkunft. „Ich habe geduscht, geschlafen und meine Wäsche gewaschen“, sagt sie.
Zahl der wohnungslosen Frauen steigt deutlich
Nach Angaben des Sozialdienstes katholischer Frauen hat sich die Lage in den vergangenen Jahren stark verschärft. Vor der Corona Pandemie hätten rund 200 Frauen pro Jahr das „Café Haltepunkt“ besucht. Inzwischen seien es etwa 800.
Vorständin Regina Bergmann sieht typische Muster. Viele Frauen gerieten durch Beziehungen in finanzielle und emotionale Abhängigkeit. Häufig liefen Mietverträge über den Partner. Komme es zur Trennung, stünden die Frauen plötzlich ohne Wohnung da.
Die vorhandenen Notübernachtungsplätze reichen nach Angaben der Einrichtung schon länger nicht mehr aus. Zusätzliche Container wurden aufgestellt. Teilweise müssten Zimmer doppelt belegt werden.
Hilfsorganisation fordert mehr Unterstützung
Neben der Wohnungslosigkeit spielen häufig gesundheitliche Probleme eine Rolle. Viele Betroffene leiden laut Bergmann unter psychischen Erkrankungen und bekommen nicht ausreichend Therapieplätze.
Das erhöhe auch das Konfliktpotenzial in Einrichtungen. Mitarbeiterinnen seien in den vergangenen Jahren häufiger mit aggressiven Situationen konfrontiert worden. Deshalb fordert der Sozialdienst mehr finanzielle Mittel, mehr Therapieangebote und zusätzliche Plätze für Frauen in Not.
Maria versucht inzwischen, ihr Leben neu aufzubauen. Sie hat bereits Bewerbungen abgegeben und hofft auf eine feste Arbeit. Ihr größter Wunsch bleibt eine eigene Wohnung und irgendwann wieder ein gemeinsames Leben mit ihrer Tochter. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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