Hai-Alarm und Nilpferd-Knochen: Die Millionen Jahre alten Geheimnisse von Rheinland-Pfalz

Wie die Haie genau ausgesehen haben, darüber streiten die Wissenschaftler.  | Foto: Jennifer Brückner/dpa
  • Wie die Haie genau ausgesehen haben, darüber streiten die Wissenschaftler.
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Mainz. Wer wissen will, wie alt die Landschaft in Rheinland-Pfalz wirklich ist, findet im Naturhistorischen Museum Mainz Spuren aus Hunderten Millionen Jahren. In den Depots lagern Knochen und Fossilien, die zeigen, dass in der Region einst Mammuts, Rentiere, Nilpferde, Haie und Seekühe lebten.

Ein Teil der Eiszeitsammlung wurde nach dem Zweiten Weltkrieg aufgebaut. Damals entstanden im Rhein-Main-Gebiet viele Kiesgruben für den Wiederaufbau. Beim Abbau kamen Knochen ans Licht, die der Rhein über sehr lange Zeit in seinen Ablagerungen eingeschlossen hatte.

Nach Angaben der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz werden in fast allen Regionen des Bundeslandes Gesteine und Fossilien aus verschiedenen Abschnitten der Erdgeschichte freigelegt. Gründe sind unter anderem Bauarbeiten, Rohstoffabbau und natürliche Erosion. Die Funde geben Einblick in die Milliarden Jahre alte Geschichte des Landes. Die GDKE arbeitet dabei eng mit dem Museum in Mainz zusammen.

Zwischen Mammut und Nilpferd

Die Stücke in der Eiszeitsammlung sind laut dem Mainzer Sammlungsmitarbeiter Manuel Stenger zwischen 20.000 und 400.000 Jahre alt. Temperaturschwankungen sorgten demnach dafür, dass zeitweise sogar Nilpferde in die Region einwandern konnten. Gleichzeitig lebten dort auch Mammuts.

Heute kommen neue Stücke oft von Sammlern. Für das Museum beginnt dann die genaue Sichtung. Stenger packt Knochen aus, prüft Formen und vergleicht sie mit Knochenatlanten. So arbeitet er sich Schritt für Schritt an eine erste Bestimmung heran. Beschädigte Stücke werden vorsichtig konserviert.

Meist bleibt es zunächst bei einer Vorbestimmung. Für die genaue Artbestimmung kommen Fachleute hinzu. Nach Angaben des Museums nutzen Forschende aus aller Welt die Bestände in Mainz, um einzelne Tiergruppen zu untersuchen und Material genauer zu analysieren.

Schätze aus dem Mainzer Becken

Nicht nur Eiszeitfunde lagern in Mainz. Der Biologe Kai Nungesser betreut in einer weiteren Sammlung Fossilien, die bis zu 400 Millionen Jahre alt sind. Darunter sind auch Spuren aus einer Zeit, in der Haie und Seekühe durch das Mainzer Becken schwammen.

Bei der Rekonstruktion früherer Tierwelten stützen sich Forschende auf Fossilienfunde und Vergleiche mit verwandten Arten. Nach Angaben Nungessers bleiben bei ausgestorbenen Tieren trotzdem Fragen offen, etwa zur genauen Größe, Körperform oder zum Jagdverhalten. Das Bild der Vergangenheit entsteht daher aus wissenschaftlichen Daten, Erfahrung und vorsichtigen Annahmen. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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