Gedenken in Sinzig: Flutopfer bleiben unvergessen
- Schnieder besuchte am Jahrestag die Lebenshilfe in Sinzig.
- Foto: Thomas Frey/dpa
- hochgeladen von Cornelia Bauer
Sinzig. Fünf Jahre nach der Flutkatastrophe erinnert der Jahrestag in Sinzig an die Folgen der Nacht vom 14. Juli für Betroffene und die Region. In der Lebenshilfe starben damals zwölf Bewohner mit geistiger Behinderung, weil sie vom Wasser im Schlaf überrascht wurden.
Carola Körbel, die in der Flutnacht in der Einrichtung lebte, schilderte ihre Erinnerungen bei einem Besuch von Ministerpräsident Gordon Schnieder am Dienstag im renovierten Haus der Lebenshilfe. „Das war die schlimmste Nacht, die ich je in meinem Leben erlebt habe“, sagte sie. Sie habe Angst gehabt, nicht lebend aus dem Gebäude zu kommen. Einer der Toten sei ihr bester Freund gewesen.
Erinnerung an die Tragödie in der Lebenshilfe
Die Flut in Sinzig zählt bis heute zu den besonders erschütternden Ereignissen der Katastrophe im Ahrtal. Dass zwölf Bewohner der Einrichtung starben, hat viele Menschen in Rheinland Pfalz tief bewegt. Fünf Jahre später standen beim Gedenken Trauer und Zukunft zugleich im Mittelpunkt.
Auch Ulrike Uselli berichtete von den Folgen der Flut für ihr Leben. Vor der Katastrophe führte sie einen Friseurladen. Nach Corona und der Flut sei für sie vieles zusammengebrochen. Später half sie im Ahrtal beim Aufräumen, schnitt ehrenamtlich Haare und begann schließlich bei der Lebenshilfe zu arbeiten. Inzwischen ist sie pädagogisch ausgebildet.
Zwischen Trauer und neuem Anfang
Uselli sagte, viele Bewohnerinnen und Bewohner hätten bis heute Redebedarf. Die Erinnerungen an verlorene Freunde und Angehörige seien weiter präsent. Zugleich gehe es darum, nach vorne zu schauen und den Alltag neu aufzubauen.
Ministerpräsident Schnieder sprach von einem zweigeteilten Tag: einem Tag des Gedenkens und der Hoffnung. Auch Körbel beschrieb den Jahrestag so. Nach der Flut lebte sie zunächst bei ihrer Cousine. Heute hat sie ein neues Zuhause bei der Lebenshilfe in Rolandseck. Das mache sie trotz aller Trauer froh. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
|
| Cornelia Bauer auf Facebook | |