Früher belächelt, heute gefeiert: Dialekte erleben überraschendes Comeback
- Winfried Kretschmann schwäbelt. (Archivbild)
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Stuttgart. Dialekte gelten in Baden Württemberg heute wieder stärker als Teil der regionalen Identität. Der scheidende Ministerpräsident Winfried Kretschmann sieht darin auch ein Ergebnis einer Dialektinitiative seines Landes.
Der Grünen Politiker sagte den Zeitungen „Stuttgarter Nachrichten“ und „Stuttgarter Zeitung“, dass Mundarten inzwischen wieder mehr Wertschätzung erfahren. „Wir haben es geschafft, dass Dialekt heute allgemein wertgeschätzt wird.“
Über Sprachpolitik und das Schwätzen
Sprachpolitik lasse sich jedoch nur begrenzt steuern. „Sprachpolitik zu machen, funktioniert in aller Regel nicht. Die Leute schwätzen, wie sie schwätzen.“ Wichtig sei aber, dass Dialektsprecher nicht mehr abgewertet oder diskriminiert würden.
Nach Kretschmanns Ansicht werden Mundarten inzwischen wieder als kultureller Reichtum wahrgenommen. „Dialekte gehören zur Identität dieses Landes.“ Sie seien eine Quelle von Vielfalt. Der Ministerpräsident verweist darauf, dass Dialekte ursprünglich die Sprache der Menschen gewesen seien. Standardsprache habe sich erst später entwickelt.
Badener und Schwaben fühlen sich heute stärker verbunden
Auch beim traditionellen Gegensatz zwischen Badenern und Schwaben sieht Kretschmann Veränderungen. Früher sei die gemeinsame Identität als Baden Württemberger kaum akzeptiert gewesen.
„Wenn man vor 30 Jahren vom Baden Württemberger gesprochen hätte, hätten alle gesagt, der hat sie nicht mehr alle. Wir sind doch Schwaben oder Badener.“ Heute sei das anders. Aus seiner Sicht ist das Bundesland stärker zusammengewachsen. „Das Land ist richtig zusammengewachsen und fühlt sich jetzt als eins.“
Der Dialekt spiele dabei ebenfalls eine Rolle. Kretschmann beschreibt ihn als direkte und ehrliche Form der Kommunikation. Besonders das Schwäbische sei zwar ernst, aber nie pathetisch und häufig von ironischen Bildern geprägt. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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