Frisst sogar Vögel: Kampf gegen invasive Ochsenfrösche kostet Hunderttausende
- Ochsenfrösche sind deutlich größer als heimische Frösche. (Archivbild)
- Foto: Uli Deck/dpa
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Rheinland-Pfalz. Um heimische Tiere und Gewässer zu schützen, wird der aus Nordamerika eingeschleppte Ochsenfrosch in Teilen von Rheinland-Pfalz gezielt bekämpft. Seit 2021 sind dafür laut Umweltministerium in Mainz rund 600.000 Euro ausgegeben worden.
Das Geld floss unter anderem in Kartierungen betroffener Gebiete, Zäune an Gewässern und Maßnahmen zur sogenannten Populationskontrolle. Dazu gehören Jagd auf erwachsene Tiere, das nächtliche Abkeschern von Kaulquappen sowie das zeitweise Trockenlegen einzelner Gewässer.
Mehr als 600.000 Euro seit 2021
Allein im Jahr 2025 entstanden Kosten von rund 29.000 Euro für Kartierungen. Mehr als 113.000 Euro wurden für Zäune ausgegeben. Weitere 39.400 Euro entfielen auf das Entfernen von Ochsenfröschen aus Gewässern.
Im laufenden Jahr sind bislang Maßnahmen im Wert von etwa 77.000 Euro beauftragt worden. Die Zahlen nennt das Umweltministerium in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der AfD-Fraktion.
Gefahr für heimische Arten
Der Ochsenfrosch kann bis zu 25 Zentimeter groß werden und ist damit deutlich größer als die meisten heimischen Frösche. Sein Nahrungsspektrum ist breit.
- andere Frösche und Amphibien
- Fische
- kleine Vögel
- Schlangen und Schildkröten
- kleine Säugetiere
Ein Weibchen kann nach Angaben des Ministeriums bis zu 25.000 Eier pro Jahr ablegen. Auch die Kaulquappen werden ungewöhnlich groß und können bis zu 15 Zentimeter erreichen.
Hinzu kommt eine hohe Mobilität. Die Tiere können über Land mehrere Kilometer am Tag zurücklegen und so neue Gewässer besiedeln.
Natürliche Feinde fehlen
In Europa fehlen viele natürliche Feinde der Art. In ihrer ursprünglichen Heimat gehören dazu etwa Alligatoren oder bestimmte Schlangenarten. Ohne Gegenmaßnahmen kann sich der Ochsenfrosch daher stark ausbreiten.
Zudem enthalten seine Eier ein Gift, das die Entwicklung anderer Amphibienlarven in Gewässern hemmt. Die Art gilt außerdem als möglicher Überträger eines Pilzes, der bei Amphibien eine tödliche Hautkrankheit auslösen kann.
Bekämpfung auch am Oberrhein
In der Oberrheinebene kommt der Ochsenfrosch laut Fachleuten derzeit in Deutschland vor. Besonders im Raum Karlsruhe wird die Art ebenfalls bekämpft. Dort wurden im Jahr 2025 fast 7.000 Tiere mit Kleinkaliberwaffen erlegt. Zusätzlich entfernten Helfer rund 16.000 Kaulquappen aus Gewässern.
Die Jagdsaison beginnt dort in diesen Tagen erneut. Ehrenamtliche Taucher fangen das ganze Jahr über Kaulquappen. Zusätzlich werden Methoden aus der Fischerei getestet.
Ausbreitung in Rheinland-Pfalz gestoppt
Nach Einschätzung des Umweltministeriums zeigen die Maßnahmen Wirkung. Zwar bleibe die Gesamtzahl der Tiere derzeit etwa konstant. Die Zahl geschlechtsreifer erwachsener Tiere sei jedoch um mehr als die Hälfte zurückgegangen.
Auch die durchschnittliche Größe der erwachsenen Frösche nehme ab. Das deute darauf hin, dass ältere und besonders fortpflanzungsstarke Tiere inzwischen weitgehend aus der Population entfernt wurden.
Außerdem wurden weniger Gewässer mit Nachweisen der Art registriert. Nach Angaben des Ministeriums konnte eine weitere Ausbreitung des Ochsenfrosches in Rheinland-Pfalz bislang verhindert werden. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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