Feldhasen-Boom in Baden-Württemberg: Bestand bleibt hoch

Am häufigsten sind Feldhasen in der badischen Rheinebene sowie im Donau-Iller-Lech-Raum zu finden.(Symbolbild) | Foto: dpa
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Baden-Württemberg. In vielen offenen Landschaften des Südwestens sind wieder deutlich mehr Feldhasen zu sehen. Der Bestand im Land bleibt auf hohem Niveau, auch wenn die Zahl zuletzt leicht gesunken ist.

Im Herbst wurden im Schnitt 18 Feldhasen pro Quadratkilometer Offenland gezählt. Dazu zählen Felder, Wiesen und Äcker. Das sind zwei Tiere weniger als im Rekordjahr zuvor. Dennoch bewegt sich die Population seit drei Jahren auf einem ungewöhnlich hohen Niveau.

Wie die Hasen gezählt werden

Die Daten stammen aus einem Langzeitprojekt der Wildforschungsstelle Baden-Württemberg und des Landesjagdverbands. Seit 1997 erfassen Jägerinnen und Jäger ehrenamtlich die Bestände.

Bei der sogenannten Scheinwerfertaxation fahren sie festgelegte Strecken mit dem Auto ab und leuchten Felder aus. Die Augen der Hasen reflektieren das Licht deutlich. Wissenschaftler werten die Beobachtungen anschließend aus und vergleichen sie zwischen Regionen und Jahren.

Wo besonders viele Feldhasen leben

Innerhalb Baden-Württembergs gibt es deutliche Unterschiede. Hohe Bestände finden sich vor allem in der badischen Rheinebene sowie im Raum Donau Iller Lech. Deutlich weniger Tiere leben im Hochrheingebiet und im oberschwäbischen Hügel und Moorland.

Dieses Muster ähnelt der Lage in ganz Deutschland. Besonders hohe Dichten gibt es im Nordwestdeutschen Tiefland mit rund 30 Hasen pro Quadratkilometer.

Warum sich die Art zuletzt gut entwickelt hat

Fachleute sehen mehrere Gründe für den stabilen Bestand. Vor allem das milde und trockene Winterhalbjahr 2024 und 2025 sowie ein frühes Frühjahr haben die Fortpflanzung begünstigt.

Der Feldhase gilt als Steppentier. Er braucht offene Landschaften mit Wiesen, Brachen und Blühstreifen. Solche strukturreichen Flächen sind allerdings seltener geworden als noch in den 1970er Jahren.

Diese Risiken bleiben für die Tiere

Trotz stabiler Zahlen sehen Fachleute mehrere Gefahren für den Feldhasen.

  • Flächenversiegelung durch Bauprojekte
  • intensive Landwirtschaft
  • extreme Wetterlagen
  • Krankheiten
  • Fressfeinde wie Fuchs oder Waschbär

Auch der Klimawandel könnte künftig häufiger Wetterextreme bringen. Besonders Jungtiere reagieren empfindlich auf lange Regenphasen oder starke Hitze.

Neue Krankheit wird beobachtet

Seit 2023 breitet sich zudem die Myxomatose auch bei Feldhasen aus. Die Viruskrankheit war früher vor allem von Wildkaninchen bekannt und endet für betroffene Tiere meist tödlich.

Bundesweit sind bislang keine deutlichen Bestandseinbrüche zu erkennen. Untersuchungen aus Nordrhein Westfalen zeigen jedoch, dass sich stark betroffene Populationen nur langsam erholen. In Baden-Württemberg sind nach Angaben des Landesjagdverbands bisher noch keine Fälle festgestellt worden.

Wie Lebensräume verbessert werden können

Naturschutzprojekte zeigen, dass Feldhasen von strukturreichen Landschaften profitieren. In Teilen von Sachsen Anhalt und Thüringen konnten sich Bestände durch Lebensraumverbesserungen deutlich erholen. Innerhalb von drei Jahren bis 2025 hat sich die Zahl der Tiere dort verdoppelt. Auch Arten wie das Rebhuhn profitieren von solchen Maßnahmen. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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