Fast ausgestorben – jetzt bekommt der Steinkauz Hilfe aus der Wilhelma
- Der Steinkauz brütet gerne in den Höhlen von alten Obstbäumen. Leider sind diese natürlichen Brutmöglichkeiten mittlerweile selten geworden.
- Foto: Foto: Stefanie Reska
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Wilhelma. Die Wilhelma in Stuttgart unterstützt den Schutz des Steinkauzes in der Region mit 4.000 Euro und ermöglicht damit den Bau von fast 140 neuen Niströhren. Das Geld floss an die Forschungsgemeinschaft zum Schutz einheimischer Eulen (FOGE).
Der Steinkauz ist eine kleine Eulenart, die sich in Baden-Württemberg an die Kulturlandschaft mit Streuobstwiesen angepasst hat. Der Verlust höhlenreicher Brutbäume setzte der Art stark zu: 1988 wies der Landkreis Ludwigsburg mit angrenzenden Gebieten nur noch acht Steinkauz-Reviere nach.
Wilhelma: Unterstützung für neue Niströhren
Um einen stabilen Bestand zu erhalten, repariert die FOGE jedes Jahr viele Niströhren und ersetzt defekte Nisthilfen. Der Schreiner Lothar Grau, Mitglied der FOGE und Vorsitzender des NABU Vaihingen/Enz, beschreibt den Aufwand so: „Zusammen mit einem Team von Helfern haben wir wieder ehrenamtlich 50 Arbeitstage und etwa 200 Stunden investiert [...] Wir sind der Wilhelma sehr dankbar, dass sie über den Artenschutz-Euro die Materialkosten übernommen hat.“
Auf einer Kontrollfläche von 690 Quadratkilometern stehen dem Steinkauz durch das Nistkastenprogramm inzwischen weit über 1.000 künstliche Nistmöglichkeiten zur Verfügung. In dem Gebiet leben nach Angaben aus dem Projekt inzwischen über 350 Brutpaare.
Kontrolle, Beringung und Einblicke vor Ort
Wissenschaftliche Beringungen in Kooperation mit der Vogelwarte Radolfzell und mehrere Telemetriestudien lieferten zusätzliche Erkenntnisse zur Art. Im Juni 2026 begleitete Stefanie Reska, Leiterin der Stabsstelle Artenschutz in der Wilhelma, die Beringung junger Steinkäuze in Stuttgart-Weilimdorf.
Reska sagt: „Es ist unglaublich, was für faszinierende Vögel in den Streuobstwiesen direkt vor den Toren Stuttgarts leben – und zwar meist im Verborgenen. Wir alle müssen uns dafür einsetzen, dass Arten wie der Steinkauz nicht genauso unbemerkt verschwinden.“ Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin betont: „Mit dem Artenschutz-Euro helfen wir nicht nur dabei, Lebensräume in aller Welt zu schützen und spektakuläre Arten wie das Sumatranashorn vor dem Aussterben zu retten. Gerade in einem hochindustrialisierten Land wie Deutschland müssen wir auch die Biodiversität vor der eigenen Haustür bewahren.“
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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