Erstmals seit mehr als 200 Jahren: Luchs-Jungtier im Schwarzwald gefunden

Der kleine Luchs ist der erste Nachwuchs seit mehr als 200 Jahren. (Handout) | Foto: Forstliche Versuchs-und Forschungsanstalt/FVA/dpa
  • Der kleine Luchs ist der erste Nachwuchs seit mehr als 200 Jahren. (Handout)
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Schwarzwald. Erstmals seit mehr als 200 Jahren gibt es bei wildlebenden Luchsen in Baden-Württemberg wieder Nachwuchs. Im Schwarzwald haben Fachleute ein Jungtier in seiner Wurfhöhle entdeckt.

Nach Angaben des Forstministeriums stammt das Tier von der Luchsin Elisabeth. Die Raubkatze ist selbst erst zwei Jahre alt. „Er ist gesund und munter“, sagte Ulrich Schraml, Direktor der Forstlichen Versuchs und Forschungsanstalt in Freiburg.

Genetische Proben sollen nun klären, welcher männliche Luchs der Vater ist. Männliche Tiere werden auch Kuder genannt.

Erst seit September wieder im Schwarzwald

Die Luchsin Elisabeth wurde erst im September im Nordschwarzwald ausgewildert. Landesministerin Marion Gentges bezeichnete den Fund des Jungtiers als „wichtigen Meilenstein im Projekt der Bestandsstützung“ und als großen Erfolg für den Artenschutz.

Aktuell streifen nach Angaben des Landes mindestens elf Luchse durch Baden Württemberg. Die Tiere leben als Einzelgänger und treffen sich nur während der sogenannten Ranzzeit zur Paarung. Diese dauert in der Regel von Februar bis April.

Projekt soll Population stabilisieren

Elisabeth gilt inzwischen als sesshaft. Zunächst blieb sie rund zwei Monate in der Nähe des Auswilderungsortes östlich der Murg. Danach querte sie das Murgtal und ließ sich westlich der Schwarzwaldhochstraße nieder. Daten aus ihrem Senderhalsband zeigen, dass sie diesem Gebiet treu geblieben ist.

Als sesshaft gilt ein Luchs, wenn er länger als ein halbes Jahr regelmäßig in einem Gebiet nachgewiesen wird.

Noch vor kurzer Zeit lebten in Baden-Württemberg nur dauerhaft ansässige männliche Luchse. Um eine stabile Population aufzubauen, werden seit 2023 im Rahmen des Projekts „Luchs Baden-Württemberg“ gezielt auch weibliche Tiere im Schwarzwald ausgewildert.

Der jetzt entdeckte Nachwuchs gilt daher als wichtiger Schritt für eine dauerhafte Rückkehr der seltenen Raubkatze in den Südwesten. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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