Drohnen-Test am Bodensee: Entscheidung über Kormoran-Projekt naht

Was hat der Einsatz der Drohne gegen Kormorane gebracht? (Handout) | Foto: Waldmann/Ministerium für Ländlichen Raum von Baden-Württemberg/dpa
  • Was hat der Einsatz der Drohne gegen Kormorane gebracht? (Handout)
  • Foto: Waldmann/Ministerium für Ländlichen Raum von Baden-Württemberg/dpa
  • hochgeladen von Cornelia Bauer

Bodensee. Ob Drohnen künftig gegen die stark gewachsene Kormoran-Population eingesetzt werden, entscheidet sich in den kommenden Wochen. Am Bodensee läuft ein Modellprojekt. Erste Ergebnisse des Testeinsatzes sollen laut Umweltministerium Mitte Juli vorliegen.

Bei dem Versuch kam eine speziell umgebaute Agrardrohne zum Einsatz. Sie trägt einen mehr als zwei Meter breiten Aufbau und einen rund fünf Meter langen Auslegearm. Damit konnten Eier in hoch gelegenen Nestern im Naturschutzgebiet auf der Halbinsel Mettnau am Untersee mit Öl benetzt werden. Die Methode soll verhindern, dass sich die Embryonen weiterentwickeln. Ziel ist es, den Bruterfolg der Kormorane zu verringern.

Bisher gab es allerdings nur einen einzigen Testflug. Drohnen dürfen nur in einem kurzen Zeitraum eingesetzt werden. Voraussetzung ist, dass bereits Eier im Nest liegen, aber noch keine Jungvögel geschlüpft sind. Dieser Zeitraum liegt in der Regel zwischen Mitte März und Mitte oder Ende April. Inzwischen sind bereits Küken geschlüpft. Weitere Flüge sind deshalb in diesem Jahr nicht mehr möglich.

Bringt der Drohnen-Einsatz einen Effekt?

Noch ist offen, ob die Technik im Alltag funktioniert. Fachleute werten derzeit Filmaufnahmen und Gutachten aus dem Testflug aus. Dabei geht es unter anderem um mehrere Fragen.

  • Wie gut lassen sich die Nester mit der Drohne erreichen
  • Ob die Eier gezielt behandelt werden können
  • Wie viele Nester pro Akkuladung möglich sind

Auch biologische Aspekte werden geprüft. Entscheidend ist etwa, wann Kormorane ihre Eier genau legen und ob das Einölen den Schlupf tatsächlich zuverlässig verhindert.

Projekt soll Fischarten schützen

Hintergrund des Projekts ist der Schutz bedrohter Fischarten im Bodensee und seinen Zuflüssen. Dazu gehören unter anderem Äsche, Nase und Bachneunauge. Kormorane gelten als wichtige Fressfeinde dieser Arten.

Das Drohnenprojekt ist auf drei Jahre angelegt. Nach früheren Angaben des Umweltministeriums liegen die Kosten bei rund 900000 Euro. Nach Zahlen der Landesanstalt für Umwelt gab es im Jahr 2024 mehr als 1800 Kormoran-Brutpaare in Baden Württemberg. Ein großer Teil davon brütet in Kolonien rund um den Bodensee. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

Cornelia Bauer auf Facebook

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

78 folgen diesem Profil
Kommentare sind deaktiviert.

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.