Beweidung im Nationalpark Schwarzwald: Ponys sichern Artenvielfalt
- Eine Herde Konikpferde weidet im Schwarzwald.
- Foto: Daniel Müller/Nationalpark Schwarzwald/dpa
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Nationalpark Schwarzwald. Auf den Hochflächen des Nationalparks halten wieder Konikponys die Bergweiden kurz. Die robusten Tiere grasen seit einigen Wochen auf den Heideflächen und sorgen dafür, dass wertvolle Lebensräume für viele Arten erhalten bleiben.
Die Gräser stehen auf den Hochlagen oft dicht und hoch. Ohne regelmäßige Beweidung würden die historischen Weideflächen langsam zuwachsen. Genau hier kommen die grauen Ponys zum Einsatz. Bis Ende November fressen sie die Vegetation ab und halten die offenen Flächen frei.
Das Projekt läuft bereits seit dem Jahr 2020 und ist eine Kooperation zwischen dem Nationalpark Schwarzwald und dem Zoo Karlsruhe. Während der warmen Monate leben die Tiere im Nationalpark. Den Winter verbringen sie im Naturschutzgebiet Talebuckel bei Offenburg.
Messbarer Effekt für Pflanzen und Tiere
Die Bergweiden im Schwarzwald wurden schon im Mittelalter angelegt. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts werden sie jedoch kaum noch landwirtschaftlich genutzt. Ohne Pflege würden Büsche und junge Bäume die Flächen langsam überwuchern.
Durch die Beweidung entsteht eine kurze Grasnarbe. Diese Struktur schafft viele kleine Lebensräume für Insekten und Vögel. Laut Nationalpark zeigt sich der Effekt deutlich in den Daten der Biologen.
„Wir merken die Auswirkungen unserer Weidetiere an der Zunahme der Biodiversität. Es gibt mehr Rote Liste Arten und auch Arten, die es vorher nicht gab“, erklärt Thomas Gamio, der im Nationalpark für die Weidetierhaltung zuständig ist. Wenn die Pferde am Ende der Saison einen sogenannten Golfrasen hinterlassen, sei das für die Fachleute ein gutes Zeichen.
Zwei Herden mit insgesamt 21 Tieren
Im Nationalpark leben inzwischen zwei Herden der ursprünglichen Pferderasse:
- Standort Zollstock und Hilseneck
- Standort Schurkopf nahe des Schliffkopfs
Insgesamt 21 Tiere sind dort unterwegs. Konikpferde gelten als besonders genügsam, trittsicher und wetterfest. Deshalb werden sie in vielen Naturschutzprojekten eingesetzt.
Die aus Polen stammende Landrasse erinnert stark an die früher in Europa lebenden Wildpferde. Typisch sind die mausgraue Fellfarbe, die dunkle Mähne und feine Zebrastreifen an den Beinen. Für Besucherinnen und Besucher des Nationalparks sind die Ponys zudem ein beliebter Anblick auf den offenen Hochflächen. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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