Bahn ändert Sanierungsplan: 13 Strecken haben bis 2031 Vorrang
- Die Sanierung der Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim gilt als Beispiel für gebündelte Bauarbeiten im Bahnnetz. Bund und DB InfraGO wollen künftig weniger Korridore gleichzeitig sanieren und Umleitungen besser vorbereiten.
- Foto: Deutsche Bahn AG / Oliver Lang
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Mannheim. Die Bahn hat eine neue Sanierungsstrategie. Das Bundesverkehrsministerium und die DB InfraGO wollen zwischen 2027 und 2031 deutlich weniger Strecken gleichzeitig grundlegend sanieren.
Statt bislang vorgesehener 21 Korridorsanierungen sollen in diesem Zeitraum 13 Vorhaben Priorität haben. Nach Angaben der Deutschen Bahn werden Projekte nicht gestrichen, sondern zeitlich verschoben. Damit sollen Bauarbeiten verlässlicher im geplanten Zeit- und Kostenrahmen fertig werden und mehr Kapazität für Personen- und Güterzüge im übrigen Netz bleiben.
Riedbahn gilt als Beispiel für die Strategie
Die bereits sanierte Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim wird von Bahn und Ministerium als Beispiel für die Wirkung gebündelter Bauarbeiten genannt. Fernzüge verließen die Strecke inzwischen nach Angaben der Deutschen Bahn rund 20 Prozent pünktlicher als vor der Sanierung. Vor den Bauarbeiten hatten sie auf dem Abschnitt häufig Verspätungen aufgebaut.
Das Prinzip bleibt dabei gleich: Eine Strecke wird während einer größeren Sperrung umfassend modernisiert. Anschließend soll sie möglichst bis zu zehn Jahre weitgehend von größeren baubedingten Einschränkungen verschont bleiben. Das Ziel, infrastrukturbedingte Störungen um 80 Prozent zu senken, soll künftig spätestens 100 Tage nach der Wiederinbetriebnahme erreicht werden.
Diese Korridore haben bis 2031 Vorrang
Für die kommenden Jahre nennt der aktualisierte Plan unter anderem folgende Strecken:
- 2027: Lehrte–Berlin, Rosenheim–Salzburg und Fulda–Hanau
- 2028: Köln–Koblenz, Hagen–Unna–Hamm, Lübeck–Hamburg sowie die erste Etappe München–Rosenheim
- 2029: Hamburg–Hannover, Würzburg–Ansbach–Treuchtlingen und Aachen–Köln
- 2030: Stendal–Magdeburg und Uelzen–Stendal
- 2031: Lehrte–Groß Gleidingen sowie die zweite Etappe München–Rosenheim
Die Verbindung München–Rosenheim ist dabei in zwei Bauetappen aufgeteilt. Insgesamt bleibt es laut Plan bei 13 priorisierten Korridoren.
Umleitungen und Inbetriebnahmen sollen stabiler werden
Ein Schwerpunkt liegt auf der Vorbereitung von Umleitungsstrecken. DB InfraGO will Bauabläufe stärker mit anderen Baustellen im Netz abstimmen. Baustellen sollen bei Bedarf verschoben oder angepasst werden, damit während der Sanierungen mehr Züge fahren können.
Nach größeren Bauarbeiten soll der Verkehr außerdem schrittweise zurückkehren. Zunächst sind in der Regel Belastungsfahrten mit Güterzügen vorgesehen. Personenzüge sollen danach folgen. In den ersten Wochen können zusätzliche Fahrzeitreserven und vorübergehende Einschränkungen eingeplant werden. Ein eigenes Team soll den Übergang vom Bauprojekt in den Regelbetrieb begleiten und auftretende Mängel schneller beheben.
Digitale Zugsteuerung wird neuer Standard
Ab Anfang der 2030er-Jahre soll bei Korridorsanierungen grundsätzlich das digitale Zugsicherungssystem ETCS Level 2 ohne Signale eingebaut werden. Bis dahin will die DB InfraGO erneuerte Stellwerke und Signaltechnik so vorbereiten, dass eine spätere Umrüstung möglich bleibt.
Auf einzelnen Abschnitten ist zunächst die Übergangstechnik ETCS Level 2 mit Signalen vorgesehen. Auf der Strecke Frankfurt–Mannheim ist diese Technik bereits vollständig in Betrieb. Die konkrete Ausgestaltung weiterer Sanierungen wollen Bund, Länder, Bahn und Verkehrsunternehmen gemeinsam beraten.
Autor:Verkehr im Südwesten: Auto, Bahn & Baustellen aus Mannheim |