Armutsquote im Saarland steigt: Jede sechste Person betroffen
- Von Armut sind vor allem ältere Menschen, Alleinlebende und Alleinerziehende betroffen (Sybolbild)
- Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
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Saarbrücken. Immer mehr Menschen im Saarland leben mit sehr wenig Geld. Nach einem neuen Bericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbands ist inzwischen fast jede sechste Person im Land von Armut betroffen.
Die Armutsquote stieg von 2024 auf 2025 um 0,2 Prozentpunkte auf 15,5 Prozent der Bevölkerung. Damit liegt das Saarland zwar noch leicht unter dem bundesweiten Durchschnitt. Eine Entwarnung sieht der Verband dennoch nicht. Die Entwicklung gilt als klarer sozialpolitischer Handlungsauftrag.
Armutsquote bundesweit auf höchstem Stand seit 2020
Deutschlandweit leben laut Bericht rund 13,3 Millionen Menschen in Armut. Die Quote liegt bei 16,1 Prozent und damit so hoch wie seit 2020 nicht mehr.
Als armutsgefährdet gelten Menschen, die weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung haben. Nach den jüngsten Daten bedeutet das zum Beispiel:
- Alleinlebende mit weniger als 1.446 Euro netto im Monat
- Familien mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren mit weniger als 3.036 Euro netto
Ältere, Alleinerziehende und Alleinlebende besonders betroffen
Bestimmte Gruppen tragen ein deutlich höheres Risiko. Bundesweit liegt die Armutsquote bei Menschen ab 65 Jahren bei 19,5 Prozent. Bei Alleinlebenden sind es 30,3 Prozent. Bei Alleinerziehenden 28,9 Prozent.
Der Paritätische Wohlfahrtsverband Rheinland Pfalz Saarland warnt deshalb vor Kürzungen bei sozialen Leistungen. Gerade bei steigenden Wohnkosten und hohen Lebenshaltungskosten brauche es mehr soziale Sicherheit.
Der Verband fordert die saarländische Landesregierung auf, sich dafür stärker auf Landes und Bundesebene einzusetzen. „Wer soziale Leistungen kürzt, verschärft Armut und gefährdet gesellschaftlichen Zusammenhalt“, sagte der stellvertretende Landesgeschäftsführer Thomas Umsonst. Nötig seien armutsfeste Sozialleistungen, bessere Erwerbseinkommen, bezahlbarer Wohnraum und eine verlässliche soziale Infrastruktur. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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