Abschiedsrede in Stuttgart: Kretschmann lobt auch Machiavelli

Keiner hat Baden-Württemberg länger regiert als Winfried Kretschmann. | Foto: Katharina Kausche/dpa
  • Keiner hat Baden-Württemberg länger regiert als Winfried Kretschmann.
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Stuttgart. Zum Ende seiner langen Amtszeit hat Baden Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann noch einmal gezeigt, was seinen politischen Stil über viele Jahre geprägt hat. Bei seiner Abschiedsrede im Neuen Schloss griff der Grünen Politiker erneut auf Philosophen zurück. Darunter auch ein Name, der in der Politik oft für harte Machtstrategien steht. Niccolò Machiavelli.

Kretschmann berichtete bei dem Festakt, dass er kürzlich gefragt worden sei, ob er politische Freunde habe. „Ich kann nicht alle nennen, aber ein paar schon“, sagte der Ministerpräsident. Anschließend nannte er mehrere Denker, auf die er sich in seiner politischen Arbeit häufig bezieht.

  • Max Weber
  • Aristoteles
  • Immanuel Kant
  • Thomas Hobbes
  • Niccolò Machiavelli

„Und ja, auch Hobbes und Machiavelli. Das mag jetzt überraschen, weil sie vielen als kalte Machtstrategen gelten“, sagte Kretschmann. „Aber es waren eben auch brillante Analytiker des politischen Handelns. Das sollte man nicht vergessen.“

Warum Machiavelli bis heute umstritten ist

Der italienische Politiker und Philosoph Niccolò Machiavelli lebte von 1469 bis 1527. In seinem bekannten Werk „Der Fürst“ beschreibt er nüchtern, wie Herrscher Macht sichern und ausüben können. Sein Name wurde später häufig zum Synonym für skrupellose Machtpolitik.

Philosophie als Orientierung im politischen Alltag

Kretschmann verteidigte bei seiner Rede auch seine Vorliebe für philosophische Bezüge. Dass ein Politiker regelmäßig Denker zitiere, werde manchmal als persönliche Marotte gesehen.

„Dass mir als Politiker solche Denker wichtig sind, gilt ein bisschen als Marotte“, sagte er. Das sehe er anders. Philosophen könnten dem oft schnelllebigen politischen Alltag mehr Tiefe und Orientierung geben.

Über viele Jahre hatte Kretschmann bei öffentlichen Auftritten immer wieder philosophische Gedanken in Reden eingebaut. Auch zum Abschied aus dem Amt blieb er diesem Stil treu. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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