208.000 Proben untersucht: Diese Tierseuchen beschäftigten Rheinland-Pfalz
- Christine Schneider (CDU), Landwirtschaftsministerin von Rheinland-Pfalz, zieht eine positive Bilanz.
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Rheinland-Pfalz. Für Tierhalter und landwirtschaftliche Betriebe bleibt der Schutz vor Tierseuchen wichtig: In Rheinland-Pfalz haben Geflügelpest, Blauzungenkrankheit und Afrikanische Schweinepest die Veterinärbehörden im vergangenen Jahr stark beschäftigt. Das geht aus der Bilanz des Landesuntersuchungsamtes hervor. Insgesamt untersuchte das LUA rund 208.000 Tierproben.
Geflügelpest war die größte Herausforderung
Ab Herbst breitete sich die Geflügelpest bei Wildvögeln in Deutschland ungewöhnlich stark aus. LUA-Präsident Markus Böhl bezeichnete sie als größte Herausforderung. In Rheinland-Pfalz wurden von Ende Oktober bis Jahresende bei 100 Wildvögeln und in zwei Geflügelhaltungen Erreger nachgewiesen. Nach Angaben des LUA trug vor allem der erste große Kranichzug zum starken Eintrag des Virus bei. Auch danach blieb die Ansteckungsgefahr an belasteten Gewässern erhöht. Der letzte Nachweis bei einem Wildvogel im Zusammenhang mit diesem Geschehen erfolgte im März.
- Im Landesuntersuchungsamt in Koblenz werden tierische Proben untersucht. (Archivbild)
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Blauzungenkrankheit traf 88 Bestände
Auch die Blauzungenkrankheit nahm im vergangenen Jahr wieder deutlich zu. Das Virus wird durch Gnitzen übertragen, also durch stechende Insekten. In Rheinland-Pfalz wies das LUA den Erreger bei 100 Rindern, 14 Schafen und Ziegen sowie 11 Zoo- und Wildtieren nach. Insgesamt waren 88 Tierbestände betroffen.
Die Krankheit kann unter anderem Fieber, Schwellungen, Apathie, einen deutlichen Rückgang der Milchleistung und Fehlgeburten verursachen. Eine Impfung ist möglich und wird nach Angaben des Untersuchungsamtes von der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin empfohlen. Land und Tierseuchenkasse bezuschussen demnach die Impfung von Rindern, Schafen und Ziegen.
Afrikanische Schweinepest: keine Hausschweine betroffen
Nach einem ASP-Nachweis im nordrhein-westfälischen Kreis Olpe nahe der Landesgrenze im Juni vergangenen Jahres verstärkten die rheinland-pfälzischen Behörden die Überwachung und Bejagung in angrenzenden Gebieten. Die Untersuchungen blieben dort bislang negativ. Die für Schweine meist tödliche Krankheit kann unter anderem hohes Fieber und Blutungen verursachen.
Im Kerngebiet der Sperrzone gab es bei der Afrikanischen Schweinepest 17 positive Nachweise bei Wildschweinen. Bei 15 Tieren wurde das Virus selbst nachgewiesen. Bei zwei weiteren Tieren wurden Antikörper festgestellt. Ausbrüche bei Hausschweinen gab es dagegen nicht.
Maul- und Klauenseuche: Proben blieben negativ
Auch die Maul- und Klauenseuche sorgte nach einem Ausbruch in einer Wasserbüffelherde in Brandenburg im Januar für zusätzliche Kontrollen. Das LUA untersuchte bis Jahresende 1.709 Proben von Rindern, Schafen, Ziegen und Schweinen sowie Zoo- und Wildtieren auf das Virus. Weitere 2.114 Proben wurden auf Antikörper untersucht. Alle Ergebnisse waren negativ.
Ministerin sieht Vorbereitung als entscheidend
Landwirtschaftsministerin Christine Schneider betonte, das vergangene Jahr habe gezeigt, dass gute Vorbereitung, frühe Erkennung sowie schnelles und konsequentes Handeln Tierseuchen kontrollierbar machten. Der Schutz vor Tierseuchen sei auch ein Schutz der landwirtschaftlichen Betriebe. „Tierverluste und Handelsbeschränkungen bedeuten für landwirtschaftliche Betriebe erhebliche wirtschaftliche Einbußen", sagte sie.
Besonders schweine- und geflügelhaltende Betriebe spürten die Folgen von Afrikanischer Schweinepest und Geflügelpest stark. Zu den Maßnahmen gegen die ASP zählen laut Ministerin Schutzzäune, intensive Bejagung, Drohnenüberwachung und Beratungsangebote. Schneider betonte, wachsam zu bleiben und Ausbrüche früh einzudämmen, sei eine Aufgabe für die Allgemeinheit. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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