100-Tage-Bilanz in Baden-Württemberg: Zaka über ihre Rolle
- Seit der Ernennung von Cem Özdemir zum Ministerpräsidenten ist Flavia Zaka «First Lady». (Archivbild)
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Baden-Württemberg. Für Menschen im Südwesten gibt Flavia Zaka einen seltenen Einblick in die öffentliche Rolle an der Seite von Ministerpräsident Cem Özdemir. Nach 100 Tagen als „First Lady“ berichtet die Ehefrau des Grünen-Politikers, dass sie sich an Rummel und Blitzlichtgewitter bei Terminen gewöhnen musste.
„Die mediale Aufmerksamkeit war eine Umstellung für mich und zu Anfang gewiss nicht einfach. Hier musste ich für mich einen persönlichen Weg finden“, sagte Zaka dem „Südkurier“. Der öffentliche Auftritt sei ihr „charakterlich eher nicht in die Wiege gelegt“ worden.
Mehr Routine vor Kameras
Die 40-Jährige sagte, sie habe sehr gerne Menschen um sich und schätze das Miteinander. Wenn sie es sich aussuchen könnte, würde sie sich aber „in neun von zehn Situationen“ dafür entscheiden, nicht vor Kameras zu stehen.
Anfangs habe sie versucht, bei öffentlichen Terminen stets kontrolliert zu bleiben. Dazu habe gehört, nicht laut zu lachen, wenn Kameras oder Journalisten in der Nähe waren. Inzwischen erlaube sie sich, Freude und Gefühle zu zeigen, obwohl sie beobachtet werde.
Viele Termine in Baden-Württemberg
Zaka und Özdemir hatten wenige Wochen vor der Landtagswahl geheiratet. Getraut wurden sie von Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer. Die Juristin aus Kanada hat ihren Mann bereits bei mehreren Terminen begleitet.
Sie bezeichnete es als „großes Privileg“, Baden-Württemberg auf diese intensive Weise kennenzulernen. Die ersten 100 Tage seien vor allem eine Zeit des Zuhörens und Lernens gewesen. Dabei gehe es auch darum wahrzunehmen, welche Themen möglicherweise mehr Sichtbarkeit brauchen.
Warum sie ihren eigenen Namen betont
Eine Erfahrung habe sie überrascht: Bei manchen Terminen mit Cem Özdemir sei sie nicht mit ihrem Namen angesprochen worden, sondern als „Frau Özdemir“. Dabei habe sie sich als Flavia Zaka vorgestellt.
Sie möge den Namen Özdemir und sei sehr stolz darauf, seine Frau zu sein, sagte Zaka. Zugleich sei es richtig, sich bewusst zu machen, dass beide unabhängige Persönlichkeiten seien.
Im Herbst will Zaka dem Bericht zufolge konkreter entscheiden, wie sie künftig eigene Berufstätigkeit und Ehrenamt miteinander verbinden möchte. Anfragen für Engagements und Schirmherrschaften gebe es reichlich. Besonders wichtig seien ihr psychische Gesundheit und Sucht, Bereiche, in denen sie bereits früher engagiert war. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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