Zugausfälle in Rheinland-Pfalz: Kabeldiebstahl legt Bahn lahm
- Für den Nahverkehr bedeuteten die Vorfälle oft Verspätungen. (Symbolbild)
- Foto: Oliver Berg/dpa
- hochgeladen von Cornelia Bauer
Rheinland-Pfalz. Verspätungen und Zugausfälle treffen immer wieder Bahnreisende im Land. Ein häufiger Grund sind gestohlene Kabel entlang der Strecken.
Allein im Jahr 2024 registrierte die Bundespolizeidirektion Koblenz insgesamt 21 Fälle von sogenanntem „Buntmetalldiebstahl“. Dabei entwenden Täter vor allem Kupferkabel aus der Bahninfrastruktur. Die Statistik für das Jahr 2025 ist noch nicht endgültig. Nach Angaben der Bundespolizei zeichnet sich jedoch bereits ein leichter Anstieg ab.
Für das laufende Jahr liegt die Zahl der registrierten Delikte bislang im niedrigen zweistelligen Bereich. In den meisten Fällen werde Kupfer gestohlen. Teilweise verschwänden aber auch Eisen oder Stahl. Die Bundespolizei leitet dann Ermittlungen wegen Diebstahls ein.
Verspätungen und Umleitungen im Bahnverkehr
Für Fahrgäste im Nahverkehr bedeuten beschädigte oder gestohlene Kabel häufig Verspätungen. Im Fernverkehr versucht die Deutsche Bahn, Züge umzuleiten.
Ein Beispiel zeigte sich Anfang Mai zwischen Haßloch und Neustadt an der Weinstraße. Dort wurden Schäden an Erdkabeln entdeckt. Die Strecke war nur eingeschränkt befahrbar.
Zwischen Schifferstadt und Neustadt richtete die Bahn einen Schienenersatzverkehr ein. Fernzüge nach Paris wurden über Kehl umgeleitet. Die Bundespolizei ermittelt in diesem Fall wegen besonders schweren Diebstahls und Vandalismus.
Probleme auch außerhalb von Rheinland-Pfalz
Kabeldiebstähle betreffen den Bahnverkehr auch in anderen Regionen. Im März kam es etwa in Sachsen Anhalt zu Störungen zwischen Leipzig und Erfurt.
Auch im Ausland sorgten ähnliche Taten für massive Probleme. In Spanien legten Kabeldiebe im vergangenen Jahr Teile des Hochgeschwindigkeitsverkehrs lahm. Rund 30 Fernzüge mit etwa 10700 Passagieren waren betroffen. Viele Reisende verbrachten die Nacht in stehenden Zügen.
Nicht nur die Bahn ist betroffen. Auch Ladesäulen für Elektroautos werden immer wieder Ziel von Kabeldieben. Die Anlagen fallen danach häufig komplett aus.
Manchmal sind Tiere die Ursache
Nicht jede Störung hat kriminelle Ursachen. In der Vergangenheit führten auch Dachsbauten zu Problemen im Gleisbereich. Auf der Strecke zwischen Winden und Landau mussten Fachkräfte Hohlräume im Bahndamm sichern.
Nach der Freilegung des Damms wurde Flüssigerde eingefüllt, um die Stabilität wiederherzustellen. Zuvor bestätigte ein Tierökologe, dass es sich um Dachsbauten handelte. Spezialmaschinen verdichteten anschließend den Schotter unter den Gleisen. Die Bahn arbeitet dabei mit Forstexperten und Naturschutzbehörden zusammen, um eine Rückkehr der Tiere zu verhindern. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
|
| Cornelia Bauer auf Facebook | |