Waldbrand bei Bad Kreuznach: Roboter löscht Glutnester
- Aus dem Kreis Vechta in Niedersachsen kam der Löschroboter per Tieflader.
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Bad Kreuznach. Der Waldbrand am Rotenfels beschäftigt weiter hunderte Einsatzkräfte. In dem schwer zugänglichen Gelände bei Traisen kommt nun ein spezieller Löschroboter zum Einsatz. Er soll Glutnester in einem Gebiet bekämpfen, das wegen möglicher Munitionsreste für Feuerwehrleute zu gefährlich ist.
Der Roboter wurde am Montag, 29. Juni, in das Brandgebiet gebracht. Angefordert worden war er bereits am Samstag, 27. Juni. Seitdem läuft der Großeinsatz rund um den Rotenfels im Kreis Bad Kreuznach. Wann die evakuierten Einwohner des Ortes Traisen in ihre Häuser zurückkehren können, ist noch unklar. Landrätin Bettina Dickes erklärte, eine Rückkehr solle so schnell wie möglich ermöglicht werden. Der Einsatz könne sich jedoch noch über mehrere Tage ziehen.
Evakuierte holen persönliche Dinge aus ihren Häusern
Einige Bewohner durften am Montag kurzzeitig zurück in das Sperrgebiet. Busse brachten sie von der Verbandsgemeindeverwaltung in Rüdesheim zu ihren Häusern, damit sie wichtige Gegenstände holen konnten. Viele hatten ihre Wohnungen in der Nacht auf Sonntag, 28. Juni, innerhalb weniger Minuten verlassen müssen.
Nach Angaben der Einsatzleitung brachte Regen in der Nacht etwas Entlastung. Die Flammen breiteten sich zunächst nicht weiter in Richtung eines nahe gelegenen Funkturms aus. Zeitweise bestand auch die Sorge, dass das Feuer eine Kindertagesstätte erreichen könnte. Dazu kam es nicht.
Feuerwehren aus mehreren Regionen im Einsatz
Trotzdem bleibt die Lage angespannt. Trockenes und wieder wärmeres Wetter sowie Wind könnten das Feuer erneut anfachen, warnte der Landesbrand und Katastrophenschutzinspekteur von Rheinland Pfalz, Tom Riedel.
Feuerwehren aus dem ganzen Bundesland sind vor Ort. Auch aus Hessen kam Unterstützung, unter anderem aus Hanau. Zahlreiche Einsatzfahrzeuge stehen rund um Rüdesheim auf Parkplätzen, Kreiseln und Feldwegen.
Brandgebiet liegt auf ehemaligem Sprengplatz
Der Einsatz ist besonders kompliziert, weil Teile des Geländes am Rotenfels als ehemaliger Sprengplatz gelten. Dort wurden nach dem Zweiten Weltkrieg Munitionsreste gesprengt. Wie viel Munition sich noch im Boden befindet, ist laut Innenministerium nicht bekannt.
Solche Flächen werden häufig erst bei Bauarbeiten entdeckt. Für die Bevölkerung besteht in der Regel keine unmittelbare Gefahr, da sich die Munition meist tief im Boden befindet.
Löschroboter hält große Hitze aus
Der eingesetzte Löschroboter stammt aus dem Landkreis Vechta in Niedersachsen. Entwickelt wurde er von einer Firma gemeinsam mit der dortigen Feuerwehr.
Das Fahrzeug verfügt über 14 Sensoren, darunter Wärmebildtechnik. Es kann über einen bis zu 800 Meter langen Schlauch Löschwasser aus Tanks oder Wasserwerfern beziehen. Gesteuert wird der Roboter aus sicherer Entfernung. Temperaturen von bis zu 1000 Grad hält das System nach Angaben des Herstellers zumindest für eine gewisse Zeit aus. Eine Wassergardine schützt zusätzlich vor Hitze.
Der Roboter war bereits bei anderen Großeinsätzen im Einsatz, etwa nach einer Explosion im Hamburger Hafen. Kleinere Geräte unterstützen ihn teilweise als mobile Einheiten.
Ministerpräsident Alexander Schweitzer besuchte am Montag das Einsatzgebiet. Der Brand zeige, dass sich der Katastrophenschutz auf Einsätze in munitionsbelasteten Gebieten vorbereiten müsse. Solche Flächen gebe es in Rheinland Pfalz mehrfach.
Für die Einsatzkräfte steht zunächst weiter das Eindämmen der Glutnester im Fokus. „Wir müssen alle Maßnahmen ergreifen“, sagte Katastrophenschutzinspekteur Riedel. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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