Vermisstenfall in Tübingen: Wie kam der 6-Jährige nach Stuttgart?
- Der Junge war seit dem Abend vermisst worden. (Symbolbild)
- Foto: Marijan Murat/dpa
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Tübingen. Ein vermisster Sechsjähriger aus Tübingen ist nach einer groß angelegten Suche wohlbehalten in Stuttgart gefunden worden. Während Polizei und ein Hubschrauber am Mittwoch, 17. Juni, nach dem Kind suchten, verbrachte der Junge die Nacht bereits in einem Kinderheim in der Landeshauptstadt.
Nach Angaben der Polizei hatte der Sechsjährige das Elternhaus am Mittwoch gegen 14 Uhr mit einem Fahrrad verlassen. Als er nicht zurückkehrte, meldete die Familie ihn als vermisst. In Tübingen begann daraufhin eine umfangreiche Suche mit zahlreichen Einsatzkräften.
Kind fällt an einer Kasse in Stuttgart auf
Tatsächlich war der Junge bereits am Mittwochnachmittag in einem großen Einkaufszentrum in Stuttgart aufgefallen. Laut Polizei bemerkten Mitarbeiter das Kind an einer Kasse und informierten das Sicherheitspersonal.
Der Sechsjährige kam anschließend in die Obhut eines Kinderheims. Die Tübinger Ermittler wussten zunächst nichts davon und setzten ihre Suche fort. Erst am Donnerstagmorgen, 18. Juni, erhielt die Polizei die Information aus Stuttgart. Kurz darauf konnten Eltern und Kind wieder zusammengeführt werden.
Wie der Junge von Tübingen nach Stuttgart gelangte, ist nach Angaben der Polizei noch unklar. Ermittler vermuten, dass er möglicherweise mit einem Zug gefahren ist. Nach Einschätzung der Polizei hätten sich alle Beteiligten richtig verhalten.
Die meisten Vermisstenfälle klären sich schnell
Der Fall sorgte kurzfristig für große Aufmerksamkeit. Statistisch enden Vermisstenfälle mit Kindern jedoch meist schnell und glimpflich.
Nach Angaben des Landeskriminalamts gab es im vergangenen Jahr in Baden Württemberg mehr als 1.500 Vermisstenfahndungen nach Kindern zwischen 0 und 13 Jahren sowie fast 6.600 nach Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren.
- Über 70 Prozent der Vermisstenfahndungen betreffen Minderjährige.
- Mehr als 70 Prozent der Fälle klären sich innerhalb der ersten drei Tage.
- 94 Prozent werden innerhalb von 56 Tagen beendet.
- Langfristig bleibt weniger als ein Prozent der Fahndungen offen.
Fälle, in denen vermisste Kinder Opfer eines Verbrechens werden, seien laut Landeskriminalamt äußerst selten und kämen nicht in jedem Jahr vor. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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