Urteil in Filderstadt: Freispruch oder 14 Jahre Haft?
- Den Fundort im Blick: Bauarbeiter fanden die Leiche unter einer Brücke. (Archivbild)
- Foto: Markus Lenhardt/dpa
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Filderstadt. Im Prozess um die in einem Rollkoffer gefundene Frauenleiche wird an diesem Donnerstag in Filderstadt das Urteil gegen einen 51 Jahre alten Angeklagten erwartet.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, seine 39 Jahre alte Bekannte getötet, ihre Leiche in Folie und Müllsäcke eingewickelt und in einem Koffer abgelegt zu haben. Angeklagt ist er wegen Totschlags.
Zentrale Fragen weiter offen
Im Verfahren sind wichtige Punkte ungeklärt geblieben. Dazu zählen vor allem die genaue Todesursache und ein mögliches Motiv. Die Staatsanwaltschaft fordert 14 Jahre Haft. Die Verteidigung verlangt einen Freispruch. Nach Medienberichten sagte der Angeklagte in seinem Schlusswort erneut, dass er das Opfer nicht gekannt habe.
Leichenfund sorgte bundesweit für Aufsehen
Der Fall hatte im August des vergangenen Jahres bundesweit Schlagzeilen ausgelöst. Spaziergänger entdeckten den Koffer in einem ausgetrockneten Bachbett unter einer Brücke in Filderstadt. Wegen der Sommerhitze war der Körper bereits stark verwest und teilweise skelettiert. Das erschwerte die Ermittlungen erheblich.
Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft nahm der Mann den Tod der Frau zumindest billigend in Kauf. Hinweise auf Mordmerkmale ergaben sich nach Angaben der Ermittler jedoch nicht. Deshalb wurde Anklage wegen Totschlags erhoben.
Ermittlungen führten ins Stuttgarter Drogenmilieu
Nach Erkenntnissen der Ermittler lernten sich das Opfer und der Angeklagte mehrere Wochen vor der Tat im Stuttgarter Drogenmilieu kennen. Die Frau galt seit dem 21. Juli als vermisst. Rund einen Monat später wurde ihre Leiche gefunden.
Die eigens eingerichtete Sonderkommission „Trolley“ suchte über Wochen nach Hinweisen. Sie verteilte Flyer im Drogen- und Obdachlosenmilieu, befragte Anwohner rund um den Fundort und stellte den Fall in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ vor. Noch vor der Ausstrahlung führte laut Mitteilung der Hinweis eines anonymen Zeugen auf die Spur des Beschuldigten. dpa/red
Autor:Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern |