Überraschendes Geständnis im Eifel-Mordfall: Fünfeinhalb Jahre Haft für Ex-Partnerin
- Die frühere Lebensgefährtin des ermordeten Arztes ist erneut verurteilt worden. (Archivbild)
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Trier. Für den aufsehenerregenden Mordfall aus der Eifel gibt es nun ein strengeres Urteil: Am Landgericht Trier ist die frühere Lebensgefährtin des getöteten Arztes zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden.
Die 37-Jährige legte im neuen Prozess überraschend ein Geständnis ab. Nach Angaben ihres Verteidigers räumte sie ein, gesehen zu haben, wie ihr Sohn dem Opfer im Wohnhaus in Gerolstein auf den Kopf schlug. Anschließend sei sie nach oben gegangen und habe nicht eingegriffen.
Gericht wertet Verhalten als Totschlag durch Unterlassen
Das Gericht verurteilte die Frau wegen Totschlags durch Unterlassen. Zuvor hatte die Krankenschwester stets bestritten, etwas von der Tat mitbekommen zu haben. In einem früheren Verfahren war sie wegen unterlassener Hilfeleistung und Brandstiftung zu zwei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt worden.
Die Staatsanwaltschaft hatte den Fall jedoch anders bewertet und Revision eingelegt. Dadurch kam es zu dem neuen Prozess in Trier.
Sohn und Halbbruder bereits wegen Mordes verurteilt
Der damals 16 Jahre alte Sohn der Frau und dessen Halbbruder hatten den 53-jährigen Arzt Ende Dezember 2022 von hinten mit einem Baseballschläger und einem Schraubenschlüssel attackiert. Anschließend erdrosselten sie ihn mit einem Kabelbinder. Beide wurden im August 2024 rechtskräftig wegen Mordes zu Jugendstrafen von neun und sechs Jahren verurteilt.
Nach den Feststellungen des Gerichts hätte die Mutter ihren minderjährigen Sohn stoppen müssen. Die Vorsitzende Richterin sagte, schon ein „Hör auf“ wäre das Minimum gewesen. Stattdessen habe sie den Tod ihres früheren Partners billigend in Kauf genommen.
Leiche bei Rockeskyll im Wald vergraben
Als Motiv nannte das Gericht eine belastete Beziehung. Der Arzt soll seit längerer Zeit übermäßig Alkohol getrunken haben. Zudem soll es verbale und körperliche Übergriffe gegeben haben.
Nach der Tat vergruben die drei Beteiligten die Leiche in einem Wald bei Rockeskyll. Das Auto, in dem der Tote transportiert worden war, setzten sie in Brand.
Der Orthopäde war zuletzt am 30. Dezember 2022 an seiner Arbeitsstelle in einem Krankenhaus in Daun gesehen worden und galt danach als vermisst. Im Juni 2023 entdeckte ein Spaziergänger Teile der sterblichen Überreste im Wald.
Das Urteil fiel nach einer Verständigung der Verfahrensbeteiligten. Nach Angaben des Verteidigers könnte andernfalls eine noch höhere Strafe im Raum gestanden haben. Die Frau sitzt seit zwei Jahren und zehn Monaten in Untersuchungshaft. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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