Spritdiebstähle häufen sich: Tausende Liter Diesel weg
- Spritdiebe sind auch auf Beutezug an Tankstellen. (Symbolbild)
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Baden-Württemberg. Teurer Sprit sorgt an vielen Zapfsäulen für Ärger. Im Südwesten häufen sich zuletzt Berichte über gestohlenen Diesel und Benzin. Die Polizei registrierte im März mehrere Fälle, bei denen Täter teils große Mengen Kraftstoff aus Lastwagen, Baumaschinen oder Firmenanlagen abzapften.
Mehrere Fälle im Südwesten
Allein in den vergangenen Wochen meldeten Polizeidienststellen zahlreiche Vorfälle. In Heilbronn zapften Unbekannte rund 200 Liter Diesel aus einem geparkten Lastwagen ab. Auf einem Rastplatz in Niefern-Öschelbronn im Enzkreis verschwanden etwa 500 Liter aus einem abgestellten Lkw. Eine ähnliche Menge wurde auch in Titisee-Neustadt aus einem Sattelzug gestohlen.
Besonders groß fiel der Schaden im Raum Ravensburg aus. Dort brachen Täter in einem Gewerbegebiet die Tanks von rund einem Dutzend Fahrzeugen auf und saugten mehrere tausend Liter Diesel ab. In Hoßkirch im Landkreis Ravensburg ließen Unbekannte außerdem den kompletten Kraftstoff aus zwei Baggern ab.
Weitere Fälle meldeten Ermittler unter anderem aus Ulm mit rund 1.000 Litern gestohlenem Kraftstoff von einem Firmengelände sowie aus Crailsheim, wo auf einem Parkplatz mehrere Lastwagen um mehrere hundert Liter Diesel erleichtert wurden. In Salach im Kreis Göppingen zapften Täter auf einem Baugelände rund 1.200 Liter aus vier Baumaschinen ab.
Auch Betrug an Tankstellen kommt vor. In Memmingen täuschte eine Frau Probleme beim Bezahlen mit ihrer Karte vor. Eine andere Kundin übernahm schließlich die Rechnung.
Statistik zeigt bisher keinen deutlichen Anstieg
Nach Angaben des Innenministeriums gibt es derzeit noch keine belastbaren Hinweise auf eine generelle Zunahme der Delikte in Baden-Württemberg. Laut Landeskriminalamt sind die Fallzahlen seit 2024 sogar rückläufig. Das betrifft sowohl klassischen Tankbetrug an Zapfsäulen als auch das Abzapfen von Kraftstoff aus Fahrzeugen.
Allerdings könnten steigende Preise die Entwicklung verändern. Die zuletzt deutlich gestiegenen Kraftstoffkosten könnten laut LKA künftig zu mehr Fällen in der Polizeilichen Kriminalstatistik führen.
Auch der Tankstellen-Interessenverband beobachtet bislang nur einen leichten Anstieg. „Punktuell können stärkere Steigerungen auftreten, vor allem an Tankstellen ohne Videoüberwachung“, sagte Sprecher Herbert Rabl.
So gehen die Täter vor
Beim sogenannten Tankbetrug fahren Täter laut Branchenverband häufig mit falschen Kennzeichen an die Zapfsäule, verdecken das Fahrzeug teilweise und tanken ohne anschließend zu bezahlen. Danach verlassen sie die Tankstelle.
Beim Diebstahl auf Parkplätzen oder Baustellen öffnen Täter meist gewaltsam den Tankdeckel oder bohren Tanks an. Der Kraftstoff wird anschließend mit einem Schlauch abgesaugt und mit Kanistern oder größeren Behältern abtransportiert.
Polizei gibt Tipps zum Schutz
Behörden und Branchenvertreter empfehlen mehrere Maßnahmen, um Diebstähle zu erschweren.
- Fahrzeuge möglichst in verschlossenen Garagen oder Gebäuden abstellen.
- Tankdeckel mit Schloss verwenden.
- Autos so parken, dass der Tankdeckel an einer Wand oder Säule liegt.
- Gut beleuchtete Parkplätze nutzen.
- Videoüberwachung auf Firmengeländen oder an Tankstellen einsetzen.
Manche Fahrzeughalter setzen zusätzlich Aufkleber ein, die auf einen nur wenig gefüllten Tank hinweisen. Das kann die Attraktivität für Täter verringern. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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